Kreis Düren: Verschmutzung des Wassers ist größtes Ärgernis

Kreis Düren : Verschmutzung des Wassers ist größtes Ärgernis

In England leiden weite Teile der Bevölkerung unter den verheerenden Überschwemmungen. „Damit so etwas bei uns nicht passiert, arbeiten wir im Stillen, denn wir nehmen die Wasserwirtschaft ernst”, betonte Vorstand Prof. Dr. Wolfgang Firk vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER) bei der Vorstellung des Jahresberichts für das Jahr 2006.

Dass sein Verband mehr ist als „nur” die sechs Talsperren, machte Prof. Firk in Zahlen deutlich. Die 50 Rückhaltebecken dienen dem Hochwasserschutz, und 48 Kläranlagen sorgen dafür, dass nur reines Wasser in den Kreislauf kommt.

Auf einem Gebiet, das in etwa dem früheren Regierungsbezirk Aachen entspricht, betreut der WVER 2500 Kilometer Gewässer. Der größte Teil der 530 Mitarbeiter des WVER ist in der Unterhaltung der Gewässer, der Kläranlagen und der Talsperren tätig.

„Wir regulieren, wenn nötig, die Gewässer und lassen im Fall des Falles gewollte Überschwemmungen zu”, so der WVER-Vorstand. Was die Verbandsoberen ärgert und auch viel Geld kostet, ist die Verschmutzung der Gewässer. „Es ist schon verwunderlich, was wir da alles herausholen”, so Prof. Firk.

Für die Mitglieder, so betonte der Dürener Bürgermeister Paul Larue als Vorsitzender des Verbandsrates, erbringe der WVER „hochwertige Leistungen, die auch ihren Preis haben”. In Sachen Preis ist aber Ruhe an der Front: Bis 2010 ist der Beitrag für die rund 85 Mitglieder - Kommunen und Industrie - gedeckelt.

Großen Wert legt der WVER auf die Nachhaltigkeit seiner Arbeit. Die Kooperation mit zahlreichen Universitäten und Hochschulen führt dazu, dass man stets die aktuelle und modernste Technik einsetzen kann. Kooperation zahlt sich auch auf einem anderen Gebiet aus: Der WVER ist Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände in Nordrhein-Westfalen. Die Arbeitsgemeinschaft erledigt administrative Dinge wie beispielsweise EDV und Einkauf für ihre Mitglieder.

„Dadurch können wir uns eine schlanke Verwaltung leisten”, so Finanzchef Günter Schumacher. Er verwaltet einen Etat von 138 Millionen Euro, von denen 112 Millionen auf die Abwasserbeseitigung entfallen und der Rest sich auf Unterhaltung und Ausbau von Talsperren und oberirdischen Gewässern bezieht. Größter Beitragszahler des WVER ist übrigens die Stadt Aachen, die 29 Millionen nach Düren überweisen muss.

Froh ist man beim WVER darüber, dass die Diskussion um eine Privatisierung der Wasserwirtschaft aktuell kein politisches Thema mehr zu sein scheint.

„Bisher haben wir kaum Probleme mit unseren Mitgliedern. Das zeigt, dass wir den richtigen Weg gehen”, ist Finanzdezernent Günter Schumacher überzeugt und verweist auf die Struktur des Verbandes, in dessen Gremien nicht nur die Mitglieder vertreten sind. Auch die Mitarbeiter haben ein Wort mitzureden.