Heinsberg: Verkaufszahlen bis zu 40 unter Vorjahr

Heinsberg : Verkaufszahlen bis zu 40 unter Vorjahr

In Teilen der Automobilindustrie stehen die Bänder still. Immer mehr Autohäuser leiden unter Absatzproblemen, Werkstätten unter fehlenden Wartungs- und Reparaturaufträgen. In Heinsberg ist die Lage je nach Autohaus und Marke recht unterschiedlich, wie unsere Zeitung bei Gesprächen mit vier Händlern erfuhr.

Obwohl die Bänder bei Peugeot noch laufen, ist Adi Rademacher, Inhaber des gleichnamigen Peugeot-Autohauses an der Unterbrucher Straße, mit der aktuellen Situation nicht glücklich. Schon seit Mitte des Jahres verzeichne der Verkauf in seinem Hause rückläufige Zahlen, berichtet er. Bei den größeren Modellen lägen die Verkaufszahlen derzeit 40 Prozent unter denen des Vorjahres, bei den kleineren Fahrzeugen seien es immerhin noch zwischen zehn und 15 Prozent.

In seiner Werkstatt seien fehlende Aufträge schon das ganze Jahr ein Thema. „Wir sind hier stark abhängig vom Tagesgeschäft, auf jeden Fall sind es aber hier auch um die 30 Prozent”, berichtet er. Konsequenzen habe dies noch nicht, „aber es darf auch nicht so weitergehen”, betont er.

Als Kreislehrlingswart der Kreishandwerkerschaft macht er sich in diesem Zusammenhang auch Sorgen um die Ausbildungsplätze im Kfz-Gewerbe. „Auf dieser Ebene würde sich das Problem ansonsten fortsetzen, auch in Bezug auf Neueinstellungen.”

Erik Flecken, Filialleiter bei BMW Kohl an der Heinsberger Industriestraße, gibt sich da gelassener. „Wir sehen zwar seit Mitte September weniger Interessenten hier im Autohaus, als wir es normalerweise gewohnt sind, aber wir liegen im Plan”, erklärt er.

Wenn sich die Verkäufe in den letzten beiden Monaten nicht extrem verschlechtern würden, werde man zumindest auf Vorjahresniveau abschließen. „Ein Ausblick in die Zukunft ist gemessen an der aktuellen Situation schwer möglich. Sicher ist jedoch, dass es deutlich schwerer werden wird. Die Medienberichte über Absatzrückgänge und Drosselung der Fahrzeugproduktion bei fast allen Herstellern sprechen hier eine klare Sprache.”

Die Werkstatt sei bestens ausgelastet, vor allem, weil viele Besitzer ihre Fahrzeuge heute länger fahren würden. Hier könnte jetzt winterliches Wetter helfen, das Geschäft mit Winter-Kompletträdern zusätzlich anzukurbeln.

Entspannt schildert auch Dieter Königs, Inhaber des gleichnamigen Ford-Autohauses an der Industriestraße, die Situation. Die Verkaufszahlen seien für die vergangenen beiden Monate gesehen die gleichen wie im Vorjahr, insgesamt sieht er das gesamte Jahr 2008 für sein Autohaus sogar im Plus.

Schon in den vergangenen Jahren habe Ford Kapazitäten abgebaut, was dazu geführt habe, dass die Fabriken des Unternehmens in Europa die höchste Auslastung im Konzern hätten. Seine Werkstatt sieht er ebenfalls gut ausgelastet. „Wir könnten sogar mehr machen, wenn wir die Kapazitäten hätten”, sagt er. Das trifft auch auf die Bereiche Karosserie und Lack zu.”

Ganz kräftig schwarze Zahlen schreibt sogar die Marke Fiat im Autohaus Conen an der Erkelenzer Straße in Dremmen. „Wir schwimmen genau gegen den Trend”, freut sich Verkaufsleiter Joachim Dargus. Er sieht diesen Erfolg vor allem im neuen Fiat 500. „Wir schauen getrost in die Zukunft”, sagt er mit Blick auf das angekündigte Cabrio dieses Modells.

Rückläufig seien die Verkäufe schon das ganze Jahr dagegen bei der Marke Alfa Romeo, „so stark wie bei Fiat der Zugewinn”, räumt er ein. Hoffnung hat er hier in Bezug auf das angekündigte Modell „Mito”. Ähnlich sieht er die Situation auch bei Lancia als dritter Marke des Autohauses Conen. „Auch hier ist die Nachfrage verhalten”, sagt er. Ganz anders wieder in der Werkstatt, für die er von derzeit 120 Prozent Auslastung spricht. „Hier haben wir gar keine Probleme.” Auch das Transportergeschäft beim größten Fiat-Händler Deutschlands laufe ungebrochen gut, fügt er hinzu.