Heinsberg: Verfall Einhalt gebieten und Potenzial nutzen

Heinsberg : Verfall Einhalt gebieten und Potenzial nutzen

Die Stadtratssitzung am Mittwoch, 21. April, soll unter dem Tagesordnungspunkt „Wohnumfeldverbesserung Heinsberg, X. Bauabschnitt” zum Vorhaben einer Umgestaltung des Burg- und Kirchberges eine grundsätzliche Entscheidung bringen.

Dabei ist das angestrebte Ziel, das überwiegend brach liegende Areal städtebaulich zu nutzen, durchaus nicht neu. Zuletzt in seiner Sitzung am 27. Juni 2000 hat der Rat der Stadt Heinsberg die Fortschreibung der städtebaulichen Rahmenplanung aus dem Jahr 1993 beschlossen, die unter anderem die Sanierung und Attraktivierung des Burg- und Kirchbergs mit einschloss.

Diesen Ratsbeschluss hat Bürgermeister Josef Offergeld aufgegriffen und nunmehr das Projekt „Umgestaltung des Burg- und Kirchbergs” unter der Federführung der Stadt Heinsberg zur „Chefsache” erklärt, um die Realisierung voranzutreiben.

Keine Flickschusterei und kein Stückwerk sind angesagt, vielmehr soll ein Gesamtkonzept, das dem Rat vorgestellt wird, die Grundlage für die anstehenden Arbeiten bilden.

Damit würde auch den vermehrten Stimmen aus der Bevölkerung Rechnung getragen, dem drohenden Verfall der historisch wertvollen Burg- und Wehranlagen Einhalt zu gebieten. Ein „Kleinod” zu gestalten, dies ist das Ziel.

Das Areal der größten Motte (Fliehburg) im gesamten Rheinland bietet dabei ein großes und wertvolles Potenzial, das es zu nutzen gilt. Dem Besucher die seinerzeitige Bedeutung der Anlage und deren Größe zu verdeutlichen und ihn gleichzeitig einzuladen, dort zu verweilen, wird mit der Neugestaltung verbunden.

So wird in der Ratssitzung das Planungsbüro Meyer-Brandes aus Aachen den Ratsmitgliedern und Zuhörern die Entwurfsplanung für die Umgestaltung, die in zwei Bauabschnitten erfolgen soll, vorstellen und erläutern. Auf Anfrage hieß es bei der Stadtverwaltung, dass die genaue Kostenaufstellung für das gesamte Vorhaben derzeit noch ermittelt wird und in Kürze vorliegen soll.

Im Zuge des Projekts sollen nicht nur die Burg- und Wehranlagen restauriert, sondern das gesamte Areal durch die Herrichtung und Gestaltung eines entsprechendes Wegesystems der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.

Der erste Bauabschnitt umfasst - so sieht es die Planung vor - zunächst als dringende Sofortmaßnahme den Erhalt und die Instandsetzung der baufälligen Festungsmauern sowie des historisch wertvollen „Himmelsgärtchens” auf dem Kirchberg.

Das Umfeld der Propsteikirche und der Hang zur Erzbischof-Philipp-Straße sollen völlig neu gestaltet werden. Im nahtlos folgenden zweiten Bauabschnitt soll die Umgestaltung des Burgbergs erfolgen.

Eingebettet in den historischen Rahmen der Gesamtanlage könnte die geplante Pavillon-Bühnenanlage eine ideale Kulisse für Freilichtveranstaltungen werden.

Damit dies alles ins rechte Licht gerückt wird, ist am Ende eine architektonisch markante Beleuchtung angestrebt, die bereits probeweise Rat und Öffentlichkeit am 11. Mai um 21.30 Uhr vorgestellt werden soll.