Kreis Heinsberg: Verein Mentor: „Lesen Schlüssel zu neuen Welten“

Kreis Heinsberg : Verein Mentor: „Lesen Schlüssel zu neuen Welten“

Nach dem plötzlichen Tod von Heinrich Spiegel, dem Mitbegründer und ersten Vorsitzenden des Vereins „Mentor — Die Leselernhelfer Kreis Heinsberg“, hat der Vorstand jetzt neue Unterstützung erhalten.

Während Spiegels bisheriger Stellvertreter Peter Kaiser die Funktion des Vorsitzenden bis zur nächsten Mitgliederversammlung im kommenden Frühjahr kommissarisch übernimmt, wird ihn Reinhard Welters aus Hückelhoven-Ratheim, der frühere Schulleiter der Heinsberger Realschule, bis dahin kommissarisch als stellvertretender Vorsitzender unterstützen. Zudem sollen im kommenden Frühjahr auch zwei weitere Beisitzer in den Vorstand gewählt werden, die Kaiser und Welters bei den wachsenden Koordinationsaufgaben für die beteiligten Schulen sowie für die Mentorinnen und Mentoren des Vereins unterstützen sollen.

Eigentlich sei er im Ruhestand mit seinem ehrenamtlichen Engagement in der Kirche und für Afrika ausreichend versorgt, schmunzelte Welters. Ein Blick in seine „Schatzkiste“, die er seit vielen Jahren besitzt, habe ihn jedoch bewogen, sich auch für den Verein „Mentor — Die Leselernhelfer“ zu engagieren.

Im Gespräch mit Kaiser erinnerte sich Welters an eine ehemalige Schülerin, die zunächst große Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache gehabt habe und von einem Mentor gefördert worden sei. Zu seinem Abschied habe dieses Mädchen ihm dann ein Heft geschenkt mit einer Geschichte, die es selbst dort mithilfe einer Lehrerin in halbjähriger Arbeit ­hineingeschrieben habe. „Das hat mir die Tränen in die Augen getrieben“, sagte er. Das Heft, das sich neben vielen weiteren Erinnerungen an seine Zeit in der Heinsberger Realschule in seiner „Schatzkiste“ befindet, ist jetzt Grund genug für ihn, den Verein Mentor zu unterstützen, der sich in der Leseförderung junger Menschen engagiert.

„Lesen ist der Schlüssel zu neuen Welten“, erklärte Welters. „Wie die Versuchsanordnung in Physik ist es in Deutsch das Gedicht oder die Geschichte, die unsere Seele aufschließt.“ Lesen zu lernen, ende zudem nicht mit dem Besuch der Grundschule, fuhr der erfahrende Pädagoge fort. Auch auf weiterführenden Schulen müsse das Lesen zum Schulalltag so dazu gehören, dass es die Schüler animiere, auch in ihrer Freizeit gerne ein Buch in die Hand zu nehmen.