Würselen: UWG in Würselen setzt auf konsequenten Schuldenabbau

Würselen : UWG in Würselen setzt auf konsequenten Schuldenabbau

Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellt die UWG in Würselen nicht auf. Aber nicht die hohen Ansprüche, die sie an einen möglichen Kandidaten mit mindestens verwaltungstechnischer Ausbildung und zusätzlichen juristischen Kenntnissen gestellt hätten, waren hierfür ausschlaggebend.

„Wir haben in unseren Reihen Personen, die durchaus Potenzial haben, bei dieser Wahl mit einem guten Ergebnis abzuschließen“, so Fraktionsvorsitzender Theo Scherberich. Die UWG verzichtet vielmehr darauf, eine fünfte Person um das höchste Amt der Stadt antreten zu lassen, nur um einen „Zählkandidaten“ zu haben. Denn damit würde bei einer eventuellen Stichwahl der ohnehin schon strapazierte Haushalt laut Scherberich „nur noch unnötig belastet.“ Das schließt den gedanklichen Kreis der 1999 in die Öffentlichkeit getretenen Partei, die sich in der Verpflichtung sieht, die Stadt wieder auf Kurs zu bringen.

Das kann nur in Kooperation mit anderen Fraktionen gelingen, eine konkrete Zusammenarbeit mit einem bestimmten politischen Partner ist derzeit aber nicht angestrebt. Voraussetzungen, die dieser in die Partnerschaft mit der UWG mitbringen müsste, definieren die Unabhängigen Wähler dennoch. Dazu gehört ein konsequenter Schuldenabbau bei gleichzeitiger Vermeidung nicht dringend nötiger Neuverschuldungen.

Ein sofortiger Ausbaustopp des Flugplatzes Merzbrück und eine moderate Entwicklung von Bebauungsplänen gehören auch dazu. So will die UWG wegkommen von in ihren Augen „extrem dichter Bebauung zugunsten von Investoreninteressen.“ Genügend negative Beispiele gebe es bereits in Würselen, hier wollen sie zugunsten einer besseren Anpassung beispielsweise an zu erwartende Verkehre andere Maßgaben entwickeln.

Zugleich sollen ein Fünftel aller Wohnbauvorhaben sozialverträglich sein, um der nach Ansicht der UWG steigenden Altersarmut und der Zunahme von Beschäftigungsverhältnissen im Niedriglohnsektor Rechnung zu tragen. Mehr Grünflächen, eine überarbeitete Baumschutzsatzung, keine Euregiobahn durch den Stadtgarten und keine Bebauung vor der Kirche St. Sebastian sind weitere Forderungen der UWG. Hinsichtlich der städtischen Entwicklungskonzepte will die UWG keine Handlungsspielräume an externe Planer abgeben, sondern viel mehr auf Ideenwettbewerbe in der Bevölkerung setzen.

Bürgerbeteiligung ist das Schlagwort, wenn es um die Schulpolitik geht. So habe die Verwaltung der Würselener Elternschaft „ein unausgegorenes und derzeit nicht finanzierbares Schulprojekt vorgelegt, ohne vorher die Meinung der Eltern zu erfragen“, so Dieter Eßer von der UWG, der den Bürgerwillen als wichtigsten Maßstab für die politische Arbeit darstellt.

(mabie)