Kreis Heinsberg: Urlaub mit dem Caritasverband: Betreuer vermitteln Sicherheit

Kreis Heinsberg : Urlaub mit dem Caritasverband: Betreuer vermitteln Sicherheit

Seit 20 Jahren war Detlev Wegener, Klient des Betreuten Wohnens vom Caritasverband für die Region Heinsberg, nicht mehr in Urlaub. Nun jedoch liegt hinter ihm eine erlebnisreiche und gleichsam entspannende einwöchige Reise. Denn zum siebten Mal fuhr das Betreute Wohnen des Caritasverbandes in Heinsberg nach Domburg.

„Das erste Mal sind wir 2007 gefahren“, erzählt Matthias Römer vom Betreuten Wohnen. Damals seien neun Klienten mit psychischen Handicaps dabei gewesen. Die Zahl habe sich mittlerweile fast verdoppelt. Diesmal waren insgesamt 17 Klienten und vier Betreuer mit von der Partie.

Und wie jedes Jahr war das Wetter wieder herrlich. Mit zwei Bussen, einem Auto und einem Kombi-Lieferwagen, der mit all den Dingen wie Küchengeräten und Grillausrüstung bepackt wurde, machte sich die Gruppe auf zum Hof Domburg, ­einem Bungalowpark mit Spaßbad. Dort angekommen, wurden zwei Häuser bezogen. Am ersten Abend fand ein gemeinsames Grillen statt.

Auf dem Wochenprogramm standen eine Strandwanderung, eine Fahrt mit der Fähre nach Bresgens samt Stadtrundgang in Vlissingen, Bowling am Abend sowie ein Abschluss­essen beim „Italiener“ am letzten Abend. „Uns geht es darum, zwar jeden Tag eine Aktivität, begleitet durch einen Betreuer, anzubieten, doch jedem steht es frei, teilzunehmen und seinen Tag nach seinen Vorstellungen zu gestalten“, so Römer.

Zum größten Teil seien die Angebote jedoch angenommen worden. Unter den Reisenden war auch Melanie Bähr, die nun schon zum zweiten Mal mitfuhr. „Die Domburg-Fahrt ermöglicht es mir, zu Hause rauszukommen, den alltäglichen Stress zur Seite schieben und entspannen zu können“, sagt sie.

Es sei gut, dass es immer dasselbe Ziel sei, da die bekannte Umgebung ihr ein Gefühl der Sicherheit gebe und sie sich so nicht neu orientieren müsse. Zudem brauche sie hier und da die Unterstützung seitens der Betreuer, da sie ein Problem mit Menschenmassen habe. „Der Umgang mit den Leuten dort ist für mich ein Übungsfeld“, stellt sie fest. Begeistert ist sie auch von den tollen Angeboten. Deshalb möchte sie auch nächstes Jahr gerne wieder mitfahren.

Dies will auch Detlev Wegener, der zum ersten Mal an der Reise nach Domburg teilnahm. Er hat viele Angebote wahrgenommen, jedoch auch mal einfach nur ausgespannt. „Ich hatte die Gelegenheit, soziale Kontakte zu knüpfen, was ich sonst nicht mache“, erzählt er. Auch ihm gebe die Anwesenheit der Betreuer ein Gefühl der Sicherheit.

„Dies und die Tatsache, dass Domburg mittlerweile ein Urlaubszuhause ist, sind die Gründe, warum rund zwei Drittel der Teilnehmer wiederholt mitfahren. In dieser gewohnten Umgebung fällt es leichter, vieles selbstständig zu erledigen“, so Matthias Römer. Hinzu komme die Sicherheit, dass die Betreuer ständig als Ansprechpartner zur Verfügung stünden.

Zudem unterstütze das Betreute Wohnen der Caritas im Vorfeld die Klienten bei der Organisation ihres Urlaubes: Beim Vortreffen werden alle Einzelheiten besprochen und jeder Klient individuell bei seiner Urlaubsplanung angeleitet.