Kreis Heinsberg: Unzählige Tollitäten bevölkern die Stadthalle

Kreis Heinsberg : Unzählige Tollitäten bevölkern die Stadthalle

„Wir haben neun Monate auf dieses freudige Ereignis gewartet“, scherzte gut gelaunt der Präsident des Verbands der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise, Reiner Spiertz, bei der Begrüßung der Besucher des Verbandsfestes in restlos ausverkauften Begegnungsstätte Heinsberg. Der VKAG, größte Karnevalsorganisation in der Euregio Maas-Rhein, feierte mit seinen Vereinen einen tollen karnevalistischen Abend.

An der Spitze der vielen Ehrengäste begrüßte Präsident Reiner Spiertz den „Hausherrn“, Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder. Dieder, vom Karnevalsbazillus durch seine Kölner Großmutter angesteckt, sagte an die Besucher gewandt: „Es ist schön, dass Ihr Euer Fest heute hier in Heinsberg feiert.“ Auch der Heinsberger Karnevalsverein und sein Prinzenpaar, Prinz Leo III. und Prinzessin Petra, freuten sich über so viele Karnevalisten in der heimischen Stadthalle.

Die Bühne der Heinsberger Stadthalle war fast zu klein für die vielen Prinzen, Prinzenpaare und Dreigestirne der Mitgliedsvereine des VKAG.
Die Bühne der Heinsberger Stadthalle war fast zu klein für die vielen Prinzen, Prinzenpaare und Dreigestirne der Mitgliedsvereine des VKAG.

Zum Ehrenmitglied ernannt

Reiner Spiertz (l.), Willi Sommer (re.) und Hajo Bülles (2.v.li.) vom Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise überreichten Thorsten Pracht (2.v.r.) vom Zeitungsverlag Aachen einen Spendenscheck zugunsten der Aktion „Menschen helfen Menschen“.
Reiner Spiertz (l.), Willi Sommer (re.) und Hajo Bülles (2.v.li.) vom Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise überreichten Thorsten Pracht (2.v.r.) vom Zeitungsverlag Aachen einen Spendenscheck zugunsten der Aktion „Menschen helfen Menschen“.

Schon beim Einmarsch der Standarten von 20 anwesenden Vereinen aus dem gesamten Verbandsgebiet bot sich den Gästen ein buntes, fröhliches Schauspiel. Als dann ein wenig weiter im Programmablauf 22 Prinzen, Prinzenpaare und Dreigestirne, wovon einige noch nicht proklamiert sind, aufmarschierten, zeichnete sich ein erster Höhepunkt des Abends ab. Wann hat die Narrenschar schon mal Gelegenheit so vielen Prinzessinnen und Prinzen zuzujubeln? Alle Tollitäten erhielten den Freundschaftsorden des Verbandspräsidiums als Dank für ihr Engagement.

Eine hohe Auszeichnung verlieh Präsident Reiner Spiertz im Rahmen des Verbandsfestes. Auf Beschluss des VKAG-Gesamtpräsidiums wurde Franz Wolf aus Köln zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt. Franz Wolf hat sich in mehr als 40 Jahren besondere Verdienste um das Brauchtum Karneval, insbesondere aber um das „Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823“ erworben. Die Ehrenmitgliedschaft des Verbandes erhielt er wegen seiner jahrelangen aktiven Unterstützung des Verbandes und seiner besonderen Unterstützung vieler Mitgliedsvereine im VKAG. Dass Karnevalisten durchaus auch Humor besitzen, was spitze Zungen manchmal anzweifeln, bewies der Geehrte, als er die Ehrenzeichen entgegennahm: „Ich glaube, ich habe es mir auch verdient.“ Da hatte Franz Wolf natürlich die Lacher auf seiner Seite.

Eine zündende Rede hielt Willi Fuchs aus Wassenberg, der als „Die Knalltüt“ bekannt ist. Ebenfalls fast ein Heimspiel hatte Mariechen Jenny Scherrers von der KG Kemper Gröne. Mike Uber und Torsten Modschink von der KG Blaue Funken Artillerie aus Eschweiler boten gekonnt einen traditionellen Paartanz dar. Die noch junge, aber schon über die Stadtgrenzen Eschweilers hinaus bekannte Gesangsgruppe „Puddelrüh“, sorgte für Partystimmung. Erstmals zu Gast in der Region war Thomas Neger mit seiner Gruppe „Die Humbas“. Als Enkel des weithin bekannten Ernst Neger aus Mainz unterhielt er mit Mainzer Liedern die Gäste, wobei er eigene Lieder vortrug und natürlich die Ohrwürmer seines Großvaters.

Ein Augenschmaus war die Prinzengarde des Heinsberger Karnevalsvereins, die sich hinter ähnlichen Gruppen aus Köln nicht zu verstecken braucht. Natürlich durften Gäste aus Köln nicht fehlen. „Et fussich Julche“, Maritta Köllner, verbreitete mit ihren Liedern beste rheinische Karnevalsstimmung, bevor dann die Musikgruppe „De Bajaasch“ mit einem bunten Potpourri Kölner Melodien den Saal zum Schluss nochmals in beste Feierlaune versetzte.