Heinsberg: Unterm Zylinder närrisches Brauchtum im Auge

Heinsberg : Unterm Zylinder närrisches Brauchtum im Auge

Der blaue Zylinder ist ihr Markenzeichen und bei der Rathauserstürmung in Heinsberg werden sie sich wieder in großer Zahl unter die Narren mischen, um den amtierenden Stadtprinzen bei der Machtübernahme zu unterstützen.

Es sind die Ex-Stadtprinzen der Kreisstadt Heinsberg, die seit 20 Jahren innerhalb des Komitee Heinsberger Karneval einen eigenen Club führen. Gegründet wurde er am 11. Mai 1984 in Oberbruch, im „Altstadt-Treff”, um in freundschaftlicher Verbundenheit die Karnevalstradition in der Kreisstadt zu pflegen.

Was aber ist inzwischen aus den bescheidenen Anfängen geworden? Hanns Back, Ehrenpräsident des Komitee Heinsberger Karneval und selbst Ex-Stadtprinz, hat einmal zurück geblickt. Seit dem 1. Ex-Stadtprinzen aus dem Jahre 1962, er hieß Ernst Schnock, sind inzwischen mehr als 40 Ex-Stadtprinzen in diesem Club verbunden. Leider sind mit den Jahren auch bereits einige Mitglieder verstorben.

Viermal im Jahr trifft man sich, getrennt nach Damen und Herren, zu Stammtischen. Gemeinsame Veranstaltungen der Prinzenpaare sind der jährliche Ausflug und das so genannte Ordensfest. Dazu treffen sie sich jeweils Ende des Monats November im festlichen Rahmen. Natürlich bieten auch die „runden Geburtstage” der Mitglieder Gelegenheit zum Feiern. Im Club der Ex-Stadtprinzen sind nahezu alle Altersgruppen vertreten.

Dem Brauchtum Karneval aber gehört ihr Hauptaugenmerk. So waren es die Ex-Stadtprinzen, die bereits im Jahre 1988 die erste Initiative zur Errichtung der Karnevalssäule in der Heinsberger Fußgängerzone ergriffen. Ab 1994 wurden die Planungen forciert, die Genehmigung durch die Stadtverwaltung eingeholt und die nicht einfache Finanzierung sichergestellt. Dabei griffen sie auch kräftig in die eigene Tasche. Mit der feierlichen Einweihung am 17. Januar 1998 fand dieses gelungene Projekt seinen erfolgreichen Abschluss.

Selbst eine kleine Entwicklungshilfe leistete der Club der Ex-Stadtprinzen. Im gleichen Jahr nämlich stifteten sie im Rahmen der Aktion „Wir für Ruanda” eine ganze Ziegenherde mit insgesamt 134 Tieren.

Da die Clubmitglieder aus nahezu allen Karnevalsvereinen und -gesellschaften der Kreisstadt kommen, bilden die Mitglieder damit zugleich ein Gerippe im Komitee Heinsberger Karneval und sind nicht selten erfolgreiche „Strippenzieher”, wenn es darum geht, den heimischen Karneval zu pflegen und dem alten Brauchtum damit neue Impulse für eine erfolgreiche Zukunft zu geben.