Wegberg: Unter Wasser kann man nicht rauchen

Wegberg : Unter Wasser kann man nicht rauchen

Tauchen als Suchtprävention stand in Wegberg auf dem Programm. Rund 50 Schüler aus Belgien, den Niederlanden und von der Wegberger Realschule lernten im Rahmen der euregionalen Suchtprävention unter professioneller Anleitung, sich unter Wasser sicher fortzubewegen.

„Unter Wasser kann man nicht rauchen”, erklärte ein 14-jähriger auf die Frage, weshalb gerade tauchen ausgewählt worden sei. Damit hatte er nicht ganz unrecht. Denn Sinn der Veranstaltung war auch, die Jugendlichen mit Freizeitmöglichkeiten bekannt zu machen, die keinen Raum lassen für Drogen, Nikotin und Alkohol.

Nach dem Tauchgang ging es in der Wegberger Feuerwache weiter, wo die Jugendlichen offen über ihre Erfahrungen mit Rauschmitteln berichten konnten und auch einige Aufklärung erhielten. Heiß begehrt war dabei die Rauschbrille, die dem Träger das Körpererleben bei rund 1,3 Promille vorspielte. Überrascht stellten die Jugendlichen fest, dass man einen simplen Parcours nicht fehlerfrei nehmen kann und beim Werfen mit dem Ball das Ziel zumeist verfehlt.

Dabei hatten die Gleichgewichtsstörungen für die meisten nur kurzfristig einen erheiternden Aspekt. Dieter Mäurer, der an der Wegberger Realschule als Drogenberatungslehrer Ansprechpartner der Schüler ist, steht dem Prophylaxeprogramm positiv gegenüber. „Gerade bei den Jahrgangsstufen 7 und 8 kann man noch die Weichen stellen”, erklärte er. In dieser Altersstufe würde zwar schon probiert, doch sei regelmäßiger Konsum die Ausnahme.

Anders sah das bei den schon etwas älteren belgischen Gästen aus, die jede freie Minute für eine Zigarettenpause nutzten. „Da liegt schon ein heftiges Nikotinproblem vor”, vermutete Ilona van Halbeek, die beim Kreisjugendamt als Fachkraft für Suchtprophylaxe arbeitet. Die Teilnahme an dem Projekt war natürlich für alle freiwillig. Mit dem Anreiz „Tauchen” könne man jedoch immer Jugendliche begeistern, erklärte van Halbeek. Im September gab es in Eupen bereits eine Veranstaltung, die unter dem Motto „Klettern statt Kiffen” in luftige Höhen lockte und dabei über Suchtgefahren aufklärte.

Wichtig sei es, den Jugendlichen attraktive Freizeitangebote zu machen, die für Rauschmittel keinen Platz ließen, betonte sie am Rande der Veranstaltung in der Wegberger Feuerwache. Dort lernten die Teilnehmer, wie man Unfallopfer aus Autos rettet und erste Hilfe leistet. Von der grenzübergreifenden Zusammenarbeit der Institutionen würden alle Seiten profitieren.