Kreis Heinsberg: „Unser Dorf hat Zukunft“: Landrat Pusch zeichnet drei neue Golddörfer aus

Kreis Heinsberg : „Unser Dorf hat Zukunft“: Landrat Pusch zeichnet drei neue Golddörfer aus

Mit viel Wissen zum Begriff Dorf und zu dem Wettbewerb, an dem die Dörfer der Region alle drei Jahre teilnehmen können, wartete Landrat Stephan Pusch bei der Siegerehrung im Heinsberger Kreishaus auf. „Unser Dorf hat Zukunft“ lautete auch dieses Mal wieder das Motto. Und dabei freuten sich Birgden, Immendorf und die Drei-Dörfer-Gemeinschaft Stahe-Niederbusch-Hohenbusch als Sieger.

Sie dürfen sich fortan als Golddörfer bezeichnen. Immendorf und die Dörfer-Gemeinschaft wurden zudem für den Landeswettbewerb nominiert.

Schülerinnen und Schüler des Kreisgymnasiums Heinsberg sorgten für den musikalischen Rahmen der Feierstunde im Kreishaus.

Insgesamt zählte der Wettbewerb 26 Teilnehmer. 29 Dörfer waren einzeln oder in Gruppen an den Start gegangen. Silber gab es für Karken, Ophoven, die Interessengemeinschaft (IG) der Pfarrei Kraudorf mit Kraudorf, Nirm, Hoven und Kogenbroich, für Mehlbusch, Schwaam, Kempen, Merbeck, Isenbruch und Birgelen. Über Bronze freuten sich Kirchhoven, Kehrbusch, Schleiden, Schafhausen, Venheyde, Millen, Lieck, Tüschenbroich, Rath-Anhoven, Isengraben, Busch, Flassenberg, Brunbeck und Broich.

Sonderpreise gab es in der Kategorie „Konzeption und deren Umsetzung“ für die Entwicklung einer Identität der katholischen Grundschule in Birgden und für das bürgerschaftliche Engagement für das Freibad in Kirchhoven. Für „Soziales und kulturelles Leben“ wurde der „Arbeitskreis Integration“ in der Drei-Dörfer-Gemeinschaft Stahe-Niederbusch-Hohenbusch gewürdigt. Ein Sonderpreis für „Baugestaltung und Entwicklung ging nach Isenbruch für das bürgerschaftliche Engagement der Schützen beim Umbau des ehemaligen Feuerwehrhauses zum „Schöttehus“.

Einsatz für Artenschutz

Schließlich erhielt die IG Pfarrei Kraudorf einen Sonderpreis in der Kategorie „Dorf in der Landschaft“ für den ehrenamtlichen Einsatz der Dorfgemeinschaft im Bereich Arten- und Biotopschutz.

Wie sich der seit 1961 durchgeführte Wettbewerb über die Jahrzehnte gewandelt hat, machte der Landrat in Bildern deutlich. Es gehe nicht mehr darum, Geranienkästen aufzuhängen und Blumenbeete zu harken, sondern darum, das Leben im Dorf zu erhalten, betonte er. „Den Dorfbäcker, den Dorfmetzger, den kleinen Laden und vieles mehr: ihn gibt es in vielen Orten nicht mehr“, erklärte Pusch den „Paradigmenwechsel“ vom reinen Verschönerungs- zum Zukunftswettbewerb.

Früher habe der Wettbewerb teilweise mehr als 50 teilnehmende Orte gezählt. Nachdem die Aufgabe komplexer, die Ansprüche höher geworden seien, zähle man im Kreis durchschnittlich rund 30 Dörfer.

Der Landrat freute sich, dass wieder Dörfer aus der Stadt Geilenkirchen und der Gemeinde Selfkant dabei waren. „Mein Wunsch wäre es, wenn sich wieder alle zehn Städte und Gemeinden für eine Teilnahme begeistern würden“, betonte er. Immerhin sei dieser Wettbewerb der wichtigste seiner Art und der einzige, der auch einen Wettbewerb auf Landes- und Bundesebene ermögliche.

Der Begriff Dorf bezeichne einen Ort der Geschlossenheit, der Geborgenheit, so Pusch weiter. Diese über 1000 Jahre alte Grundbedeutung des Wortes könne durchaus programmatisch verstanden werden. „Nichts anderes möchte dieser Dorfwettbewerb: die kleine, geschlossene Siedlung, die dies auch in Zukunft sein möchte und sich folglich, um die Geschlossenheit der Ansiedlung zu wahren, weiterentwickeln muss.“ Im Umkehrschluss heiße dies: „Wettbewerbsteilnehmer nehmen ihre Dorfgemeinschaft in die Pflicht, für die Zukunft ihres Ortes einzustehen.“

Pusch dankte allen Teilnehmern, den Mitgliedern der Bewertungskommission unter der Leitung von Heiner Molz, Kreissparkasse und NEW als Sponsoren und nicht zuletzt den Schülern des Kreisgymnasiums unter der Leitung von Susanna Schael, die für den musikalischen Rahmen der Feierstunde sorgten.