"Unser Berliner"- einer von uns?

"Unser Berliner"- einer von uns?

Nachdem ich vergangene Woche einmal die Internetpräsenz von Christoph Zöpel unter die Lupe genommen habe, ist heute sein größter Widersacher dran: Leo Dautzenberg.

Vor vier Jahren noch war er "Einer von uns", mittlerweile ist er immerhin noch "Unser Berliner". Auf Leos Homepage wird konsequent sein genialer Wahlplakat-Schachzug mit dem angebissenen Berliner weiter geführt. Zunächst springt uns ein tolles Foto von Leo an - ganz aristokratisch mit Einstecktuch. Darunter ein grell gelber Stern mit der neudeutschen Inschrift "new", und dann natürlich allgegenwärtig die unglaublich erfolgreiche Berliner-Kampagne. Viele werden sich in den letzten Wochen gefragt haben: Was soll das überhaupt? Soll es bedeuten, dass Leo gerne Teilchen isst? Natürlich nicht, denn für diese Aussage hätte ein normales Foto gereicht. Soll der benutzte Berliner etwa bedeuten, dass der Wähler mittlerweile sehr angefressen ist.

Nein, das Bild soll einfach nur aussagen, dass Leo unbedingt wieder nach Berlin will, sobald der lästige Wahlkampf im Kreis Heinsberg vorbei ist. Ganz interessant übrigens: Die auslaufende Marmelade soll die Umrisse des Kreises Heinsberg zeigen. Nette Idee, wenngleich vielleicht nicht ganz so glücklich in der Aussage. Der Kreis Heinsberg, ein Auslaufmodell?

Doch zurück zur Homepage. Dort gibt Leo sich als Mann des Volkes. Und man findet kaum eine Stelle, an der einem nicht seine ganze Familie entgegenlacht. Beim Wandern, beim "über eine Brücke gehen", beim "einfach nur in die Kamera lächeln". Dazu gibts ordentlich Seitenhiebe auf Zöpel und knackige politische Parolen - alles poppig, schrill und bunt aufbereitet. MTV trifft CDU. Hier hat ein PR-Profi seine Hausaufgaben gemacht. Darauf einen Berliner.