Erkelenz: Universum voller Anekdötchen und Geschichten

Erkelenz : Universum voller Anekdötchen und Geschichten

Der Wahlrheinländer und begnadete Anedötchenerzähler Konrad Beikircher begeisterte in einer ausverkauften Stadthalle das Erkelenzer Publikum. Auf dem Programm stand der mittlerweile zehnte Teil seiner „Rheinischen Trilogie” mit dem verheißungsvollen Titel „Am schönsten isset, wenn et schön is”.

Das sagt ja schon „amfasich” alles, wobei der Reiz für die Zuschauer natürlich nicht nur darin lag, dass der gebürtige Südtiroler es trotzdem wortreich erklärte, sondern wie er es tat.

Den Auftakt zu seiner Reise in die Geschichte des rheinischen Universums voller Anekdötchen, Geschichten und völkerkundlichen Betrachtungen machte er mit den unvergleichlichen Worten „Wat wollt ich noch gleich jesacht haben?” Eine rein rhetorische Frage, wie jedem Kenner seiner Programme klar ist.

Denn Beikircher weiß immer, was er gesagt haben wollte. Und sagt es auch. Von jedem x-beliebigen Thema aus kann er dabei jedoch zu ausschweifenden Umwegen ansetzen, um letztendlich immer wieder auf dem Punkt zu landen, von wo aus er gestartet war und wo er wieder ansetzt. Neben aktuellen Wahrheiten und Sticheleien in Richtung der Wirtschaftslenker und Politiker ging es auch um die Frage, wo die Varusschlacht nun eigentlich genau stattgefunden hat vor 2000 Jahren.

Denn eines ist sicher: In Niedersachsen, genauer in Kalkriese sicherlich nicht. Denn die dort ausgestellten Römerhelme tragen natürlich bei genauem Hingucken alle einen Aufkleber des „Kostümverleih Schmitz” aus Köln.

Ebenfalle erfuhren die Zuhörer, so ganz nebenbei, dass die bisher unbekannte Heilige Penaten nicht nur Erfinderin der gleichnamigen Salbe, sondern auch des germanischen Widerstands gegen die Römer war - und nicht Arminius, den die Römer nur so getauft hatten, weil sie „Hermännchen” nicht aussprechen konnten. Schließlich würde der Ort des Gastspiels auf Italo-Deutsch auch „Errekalenze” heißen - und wie hört sich das denn an?