Wassenberg/Hückelhoven/Erkelenz: Ungepflegter Privatwald bereitet dem Revierförster Sorgen

Wassenberg/Hückelhoven/Erkelenz : Ungepflegter Privatwald bereitet dem Revierförster Sorgen

„Wir müssen etwas tun, denn der Wald bricht zusammen”, sagt der für Wassenberg, Hückelhoven und Erkelenz zuständige Revierförster Claus Gingter aus Orsbeck und verweist auf ungepflegten Waldbestand in - größtenteils arg zersplittertem - Privatbesitz.

Besonders viele Pappeln in der Ruraue, Richtung Hückelhoven, seien überreif und müssten ersetzt werden. Durch die immer weitergehende Realerbteilung seit napoleonischer Zeit ist es in unseren Breiten teilweise zu irrwitzigen Verhältnissen gekommen: So besteht in einem Fall ein Waldbesitz aus 450 Quadratmetern, die sich eine Erbengemeinschaft von 39 gleichberechtigten Personen teilt.

In vielen Fällen sind die Eigentümer nicht oder nur schwer aufzuspüren, weil der Grundbesitz wegen der geringen Größe steuerlich nicht veranschlagt wird oder die Grundbücher nicht umgeschrieben sind.

Im Bereich der genannten drei Kommunen gibt es 3000 Hektar Wald mit geschätzten 25000 Eigentümern (durchschnittliche Größe 0,1 Hektar). Davon haben sich nur 115 Eigentümer (einschließlich der Gemeinden) der Forstbetriebsgemeinschaft Wassenberg unter Leitung des Revierförsters angeschlossen. Insgesamt halten sie 1000 Hektar, die von Claus Gingter vom Holzeinschlag bis zur Aufforstung bewirtschaftet werden.

Für den Förster, der aufgrund von Verträgen als Dienstleister für die Eigentümer tätig wird, gilt grundsätzlich das Prinzip der Nachhaltigkeit. „Das bedeutet, es darf nicht mehr geschlagen werden als nachwächst.” Die Mitgliedschaft in der Gemeinschaft kostet zwölf Euro pro Hektar im Jahr. Rat und Anleitung durch den Förster sind kostenfrei: „Unter diesen Voraussetzungen ist es unbegreiflich, dass sich Waldbesitzer gegen die Mitgliedschaft sperren”.