Kreis Düren: Unfallzahlen: Weniger Tote, aber mehr Schwerverletzte

Kreis Düren : Unfallzahlen: Weniger Tote, aber mehr Schwerverletzte

Nach wie vor ist Raserei die Unfallursache Nummer 1 im Kreis Düren. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik 2016 hervor, die Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) und Polizeioberrat Wolfgang Heimbach am Montag präsentierten.

Von 877 Unfällen mit Verletzten im vergangenen Jahr führt die Polizei 126 auf überhöhte Geschwindigkeit zurück, die vor allem jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) zum Verhängnis wird, die oft risikoreicher unterwegs sind. Und sie führt nicht selten mit schweren Folgen. Bei jedem zweiten Unfall mit tödlichem Ausgang und jedem fünften Unfall mit mindestens einem Schwerverletzten war zu schnelles Fahren im Spiel.

„Das zeigt, dass wir hier nicht loslassen dürfen“, kündigte Spelthahn auch für 2017 weiter gezielte Tempokontrollen im gesamten Kreisgebiet an, bei denen die Temposünder auch wieder verstärkt angesprochen werden sollen. „Wenn die durchschnittliche Geschwindigkeit nur um zwei Stundenkilometer gesenkt würde, gäbe es 15 Prozent weniger Verkehrsunfälle mit Toten und Schwerverletzten“, erklärte der Landrat.

Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Düren im vergangenen Jahr zwar um 1,1 Prozent auf 8308 gestiegen, damit aber längst nicht so stark wie auf Landesebene (+4,5 Prozent). Die Zahl der Verkehrstoten ist nach dem sprunghaften Anstieg in 2015 (17) wieder deutlich zurückgegangen und liegt mit neun unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt (12). Die Zahl der Unfälle mit Schwer- und Leichtverletzten hat mit 877 ein Zehn-Jahres-Tief erreicht, jedoch ist die der dabei Verunglückten auf 1183 gestiegen. Allein 282 Personen wurden schwer verletzt, so viele wie nie seit 2007.

Neben den jungen Erwachsenen, die überproportional häufig an Unfällen mit tödlichem Ausgang (3) und Verletzten (227) beteiligt waren, will sich die Polizei bei den Präventionsarbeit im laufenden Jahr auch weiter gezielt den Senioren über 65 Jahren widmen, die wieder häufiger an Unfällen (193 mit 156 Verletzten) beteiligt waren, davon in 62 Prozent der Fälle als Verursacher. Deshalb wiederholte Spelthahn seinen Appell aus dem Vorjahr: „Wer als Senior das Gefühl hat, nicht mehr ganz sicher im Verkehr unterwegs zu sein, sollte über die Abgabe des Führerscheins nachdenken. Er gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere.“

Eine weitere Gruppe, die mit Raserei andere gefährdet, ist die der Motorradfahrer. Die Zahl der verunglückten Biker ist 2016 zwar geringfügig von 99 auf 95 gesunken, liegt aber immer noch über dem Zehn-Jahres-Mittel. Und fast jeder zweite (43) verunglückte wieder in der Eifel. 2015 waren es dort „nur“ 28. Daher kündigte Heimbach an, dass seine Kollegen auch 2017 wieder an jedem Wochenende in der Eifel präsent sein werden, insbesondere am neuen Unfallbrennpunkt: der L 11 zwischen Nideggen und Brück.

Ein großes Ärgernis bleibt die erschreckend hohe Zahl der Unfallfluchten. Fast jeder fünfte (1736) Unfallverursacher entfernt sich vom Unfallort, ohne sich um Verletzte (65 Fälle) oder die Regulierung des Sachschadens (1670) zu kümmern. Um die Aufklärungsquote von 44 Prozent weiter zu steigern, wird die Kriminaltechnik in diesem Bereich weiter ausgebaut, kündigte Heimbach an.