Heinsberg: Unesco-Thema von viele Seiten beleuchtet

Heinsberg : Unesco-Thema von viele Seiten beleuchtet

Als eine der 190 Unesco-Projektschulen in Nordrhein-Westfalen hat sich auch die Realschule Heinsberg mit dem aktuellen Jahresthema der Unesco beschäftigt.

Es lautet: „Nebeneinander - Miteinander - Heimat finden”. Ziel der Schulen ist dabei, im Rahmen eines Projekttages einen Beitrag zu leisten zu einer nachhaltig verbesserten Verständigung zwischen Menschen, Bevölkerungsgruppen, Kulturen und Nationen sowie die Vernetzung untereinander stärken.

Unter Leitung der Unesco-Koordinatoren Sandra Pisters und Uwe Zander hat die Realschule die Thematik einen Tag lang in vielen ganz unterschiedlichen Facetten beleuchtet.

In Kooperation mit der Lebenshilfe in Oberbruch war etwa eine Sozialpädagogin in einer achten Klasse zu Gast und berichtete über ihre tägliche Arbeit mit Behinderten. Zwei Klassen der Jahrgangsstufen 6 und 7 besuchten die Werkstätten der Lebenshilfe, um sich vor Ort über den Alltag dort zu informieren.

Andere Klassen erstellten Festtagskalender für unterschiedliche Religionen oder „packten” Koffer, in denen landestypische Dinge aus den fünf Heimatländern der Schüler ausgestellt wurden: aus Sri Lanka, aus dem Kongo, aus Kasachstan, Italien und Deutschland.

Eine fünfte Klasse sammelte internationale Rezepte und gestaltete daraus ein Heft. Die Unesco-AG der Realschule, die sich seit einiger Zeit mit Senioren in den Altenpflegeheimen Kuiypers in Lieck und AWO Heinsberg trifft, hatte anlässlich des Projekttages zu einem Gegenbesuch in die Schule geladen.

Bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen boten die Schüler den Gästen ein abwechslungsreiches Programm. Unterstützt wurden sie dabei von der Pflegeschule der AWO.

Eine fünfte Klasse erkundete zu Fuß an Rur und Wurm die Flüsse der Heimat. Mit dem Fahrrad erlebte eine Klasse 9 gemeinsam mit einer Gästeführerin die Region zwischen Heinsberg und Dremmen.

Eine achte Klasse widmete sich der ganz eigenen Heimat mit dem Nachbau eines Zimmers. Die verlorene Heimat thematisierte eine sechste Klasse mit der Besichtigung des Tagebaus Garzweiler und Gesprächen mit den umgesiedelten Einwohnern.

Weitere Sechstklässler machten sich auf in den Römerpark nach Xanten. Siebt- und Neuntklässler besuchten das Freilichtmuseum in Kommern. Schüler der Klasse 10 hatten bereits im Vorfeld des Projekttages zu den Themen „Braunkohletagebau und seine sozialen Folgen” sowie „Energieressourcen in unserer Heimat” gearbeitet.

Die Ergebnisse dieser Unterrichtsreihen mündeten in der Schule in eine Podiumsdiskussion, zu der sie als Gäste kompetente Gesprächspartner begrüßen konnten: Frank Obernitz, Mitglied der Geschäftsführung des Energieversorgungsunternehmens Nuon, Jens Sannig, Superintendent des Kirchenkreises Jülich, Jürgen Hohnen, Initiator der Klimaschutzoffensive 2008 im Kreis Heinsberg und Jürgen Schöbel, Koordinator für Umsiedlungsfragen und Braunkohleangelegenheiten der Stadt Erkelenz.

Die Ergebnisse des Projekttages hat die Realschule gleich im Anschluss auch auf einer überregionalen Veranstaltung in Kamp-Lintfort vorgestellt. Diese stand unter der Schirmherrschaft von NRW-Schulministerin Barbara Sommer, die durch Joachim Kefenstein vertreten wurde, der im Schulministerium für die Unesco-Projektschulen zuständig ist.