Kreis Heinsberg: Unabhängige Arbeitslosenberatung soll gestützt werden

Kreis Heinsberg : Unabhängige Arbeitslosenberatung soll gestützt werden

„Wir fordern, die unabhängige Arbeitslosenberatung zu stützen und auszubauen.” Dieses Fazit zog Vorsitzender Lutz Braunöhler am Ende der Sitzung des Katholikenrates der Region Heinsberg im Gemeindezentrum St. Barbara in Hückelhoven.

Zuvor wurde ihm und den anderen Mitgliedern die kirchliche Arbeitslosenarbeit des Projekts Amos in Oberbruch, der Caritas-Werkstatt Schierwaldenrath und der CAJ der Diözese Aachen vorgestellt.

Eines wurde in allen Berichten der Referenten deutlich: Die unabhängige Beratung hat im Kreis Heinsberg einen schweren Stand. Der Katholikenrat will deshalb in einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, den Landrat und die Bürgermeister auf die Situation hinweisen mit der Forderung, eine unabhängige Beratung der Betroffenen sicherzustellen.

Über Amos in Oberbruch berichtete Johannes Eschweiler. Ziel des Projekts sei es, die Arbeitslosigkeit und Armut zu bekämpfen und „Angebote für Menschen zu machen, um die sich sonst niemand kümmert”. „Wir versuchen in Kooperation mit den Bildungsträgern etwas zu tun.”

So wurden ein Tafelprojekt initiiert, der Begegnungsbereich mit einem Arbeitslosenfrühstück gefördert und eine Bildungsveranstaltung für Arbeitslose zur Verschuldungsproblematik angeboten. Demnächst soll ein Second-Hand-Laden aufgemacht werden.

Eschweiler kritisierte, dass sich die Politik aus der Arbeitsmarktpolitik relativ zurückgezogen habe mit dem Argument, dass dafür die Arge verantwortlich sei, mit der wiederum Verhandlungen zum Bispiel über Arbeitsgelegenheiten schwierig seien.

Hans Ohlenforst, Leiter der Caritas-Werkstatt Schierwaldenrath, stellte die
Abteilungen haushaltsnahe Dienstleistungen und Landschaftspflege sowie die berufliche Qualifizierung und Berufshinführung vor. Als zertifizierter Bildungsträger versuche man, die Menschen, insbesondere Jugendliche, mit unterschiedlichen Maßnahmen wieder an Arbeit heranzuführen.

In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass die Maßnahmen sich nur über sechs Monate anstatt über zwölf erstreckten. „In so einer kurzen Zeit ist es schwierig, den Jugendlichen Perspektiven zu eröffnen. Wir brauchen mehr Zeit dafür.”

Rodney Plum und Christian Fehr berichteten über die Berufsvorbereitungsarbeit der CAJ. Sie führt Seminare zur Lebens-, Arbeits- und Berufsorientierung im Kreis Heinsberg in Kooperation unter anderem mit der Hauptschule Wegberg, den Förderschulen Hückelhoven und Oberbruch und bis 2005 mit der Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg durch.

Es habe sich gezeigt, dass die Schüler die Seminare durchweg positiv beurteilten und sie nutzten, um über die berufliche Zukunft nachzudenken. Fehr teilte mit, dass die Zukunft des Projekts ungewiss sei, da die Verträge mit dem Jugendreferat gekündigt worden seien. Daraufhin sagte Lutz Braunöhler: „Der Katholikenrat empfiehlt, die Verträge fortzuführen.”