Umsiedler-Protest beim Generalvikar

Umsiedler-Protest beim Generalvikar

Erkelenz (an-o) - Etwa 400 Mitglieder der katholischen Pfarre Otzenrath wollen am Samstag vor dem Generalvikariat in Aachen demonstrieren.

Sie protestieren dagegen, dass im Umsiedlungsstandort Otzenrath/Spenrath keine eigene Pfarre nach kanonischem Recht eingerichtet werden soll. Die Protestaktion auf dem Klosterplatz wird um 11 beginnen. Vier Redner, darunter Jüchens Bürgermeister Rudi Schmitz und Städteplaner Professor Horst Ulrich werden sprechen.

Das Bistum Aachen strebt nach der Umsiedlung des Ortes Otzenrath eine neue Struktur des kirchlichen Angebotes auf Basis des Struktur- und Einsatzplanes an, den Bischof Heinrich Mussinghoff im Januar 2000 verabschiedet hat. Danach soll am neuen Ort keine selbständige Pfarrei nach kanonischem Recht errichtet werden.

Die Pfarre St. Simon und Thaddäus soll nach Vorstellung der Bistumsleitung nach der Braunkohle-Abbaggerung des Ortes Otzenrath nicht aufgehoben, aber auch nicht an anderer Stelle neu errichtet werden. Ziel sei stattdessen die Einbindung der bisherigen Gemeinde St. Simon und Thaddäus in die neu zu gründende Gemeinschaft von Gemeinden (GvG) Jüchen.

"Fernwirksames Symbol"

Die Bistumsleitung schlägt die Errichtung eines Gemeindezentrums mit eigenem Kirchenraum, Begegnungsmöglichkeiten und katholischen Kindergarten vor. Auch soll es am neuen Standort einen katholischen Friedhof geben.

Diese Botschaft aus Aachen hat natürlich auch in den hiesigen Umsiedlungsorten Immerath, Borschemich, Pesch und Lützerath für Aufregung gesorgt, gingen doch die betroffenen Bürgern bislang davon aus, auch in ihrem neuen Wohnort ein Gotteshaus vorzufinden. Die drei Siedlungsentwürfe für den Umsiedlungsstandort Erkelenz-Nord und Kückhoven, die zurzeit den betroffenen Bürgern vorgestellt werden, sehen ebenfalls Kirchen vor. In den Erläuterungen zu einem der Entwürfe heißt es dazu: "Der Immerather Dom soll mit seinen Zwillingstürmen auch am neuen Standort fernwirksames Symbol werden."

Hoffnung aufkeimen lässt allerdings die Aussage von Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Hauptabteilungsleiter Pastoral im Bistum Aachen. Er kündigte an, dass künftig bei weiteren Umsiedlungsprozessen mit den Gemeinden entschieden werde, ob am Umsiedlungsstandort eine neue eigenständige Pfarre errichtet werde.
Wesentlich sei die "Sicherstellung des personalen Angebotes für das Handeln der Kirche am Ort". Da sieht es allerdings wieder miserabel aus. Im Osten der Stadt Erkelenz sind zurzeit nur zwei Priester tätigt.