Kreis Heinsberg: Umfrage: Weniger Jugendliche greifen zur Zigarette

Kreis Heinsberg : Umfrage: Weniger Jugendliche greifen zur Zigarette

Rund 4300 Jugendliche aus dem Kreis Heinsberg haben im Herbst vergangenen jahres an einer groß angelegten grenzüberschreitenden Jugendbefragung teilgenommen. Jetzt wurden erste Ergebnisse veröffentlicht.

Schon 2001 und 2006 hatte es euregionale Jugendbefragungen gegeben. Diesmal waren rund 35.000 Schüler in den Kreisen Heinsberg, Düren, Euskirchen und Viersen sowie in Niederländisch-Limburg, Belgisch-Limburg und in der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien befragt worden. Organisiert und beaufsichtigt vom Gesundheitsamt, wurde die Aktion im Kreis Heinsberg an insgesamt 31 weiterführenden Schulen aller Schulformen umgesetzt.

Die Schüler beantworteten anonym während des Unterrichtes 100 Fragen schriftlich oder online. Von den 4300 teilnehmenden Jugendlichen des Kreises Heinsberg waren 2300 aus den achten und 2000 aus den zehnten Klassen. Inhaltlich bezogen sich die Fragen im Wesentlichen auf die Themenkomplexe Gesundheit und Lebenssituation, Schule, Lebensführung und Gewohnheiten, Problemverhalten und Sicherheit.

Die Ergebnisse der Befragung sollen nun nach Einschätzung der Initiatoren ein repräsentatives Bild über Gesundheitszustand und Lebensführung der Schülerinnen und Schüler vermitteln. Die Jugendstudie stellt nach Ansicht von Fachleuten eine gute Grundlage dar, Strategien und Schwerpunkte der Gesundheitsförderung und Prävention auf der lokalen und regionalen sowie grenzüberschreitenden Ebene für die nächsten Jahre zu entwickeln.

Die ersten Ergebnisse wurden am Beispiel der zehnten Klassen dargestellt, da viele (positive wie riskante) Verhaltensweisen in dieser Altersgruppe stärker ausgeprägt seien als in der achten Jahrgangsstufe. Grundsätzlich sei festzustellen, dass sich die Ergebnisse aus dem Kreis Heinsberg für die meisten Indikatoren nicht wesentlich vom Durchschnitt in den untersuchten deutschen Regionen unterscheiden würden, hieß es.

Fast 80 Prozent der befragten Jugendlichen schätzen ihre Gesundheit als „gut“ oder „sehr gut“ ein. Als erfreulich wird der rückläufige Konsum von Zigaretten und Tabak bewertet. Während der Anteil der Raucher in 2006 bei knapp 41 Prozent lag, rauchen heute nur noch 31 Prozent der Zehntklässler im Kreis Heinsberg. Harte Drogen wie Heroin oder Kokain spielen in den untersuchten Altersgruppen nur eine untergeordnete Rolle, dagegen sind Alkohol und Cannabis deutlich präsenter.

Während 29 Prozent der Zehntklässler angegeben haben, dass sie in den letzten vier Wochen vor der Befragung mindestens einmal betrunken oder schwer angetrunken gewesen seien, hatten circa 52 Prozent in den letzten vier Wochen mehr als fünf Gläser Alkohol bei einer Trinkgelegenheit konsumiert. Etwa zehn Prozent der Jugendlichen gaben an, mindestens einmal in den letzten vier Wochen Cannabis konsumiert zu haben. Mit Blick auf das Internet gaben 24 Prozent der Zehntklässler im Kreis Heinsberg an, dass sie schon einmal schlechte Erfahrungen (Stichwort: Mobbing) im Netz gemacht hätten.

In einem weiteren Bereich, der sich mit Ernährung, Bewegung und Körpergewicht beschäftigt, zeigt sich eine deutliche Verschlechterung der Situation gegenüber 2006. Der Anteil der mäßig bis stark Übergewichtigen ist im Kreis Heinsberg von neun Prozent auf fast 16 Prozent angestiegen. Mögliche Ursachen dafür sind nach Experteneinschätzung die Ernährung (über 70 Prozent der Befragten essen nicht jeden Tag Obst oder Gemüse) oder der Mangel an Bewegung (mehr als die Hälfte der Jugendlichen bewegt sich zu wenig).

Dies steht im Gegensatz zu den Erfolgen im Grundschul- und im Kindergartenbereich, wo die Zahl übergewichtiger Kinder durch die verschiedenen Interventionsprogramme deutlich reduziert werden konnte; zurzeit liegt der Wert im Einschulungsjahrgang 2013/14 bei 10,1 Prozent.