Wegberg: Um jede neue Fibel gehört eine schützende Hülle

Wegberg : Um jede neue Fibel gehört eine schützende Hülle

5000 Kilogramm Bücher fährt Ulrich Kirch derzeit durch Wegberg. Es sind die Schulbücher, die die Stadt in einem Sammelauftrag in seiner Buchhandlung bestellt hat.

„Die Gemeinde hat den Auftrag öffentlich ausgeschrieben, und ich habe den Zuschlag erhalten”, erklärt Ulrich Kirch.

Dabei hat er die Rabatte berücksichtigt, die die Verlage einräumen. Denn mit Feilschen ist es in der Buchhandlung nicht weit her: Laut Buchpreisbindungsgesetz darf nur die öffentliche Hand, in diesem Fall die Gemeinde, von Rabatten profitieren.

Kommen also Eltern und Schüler in die Buchhandlung, die ihren Anteil an Schulbüchern erstehen wollen, bekommen sie im Gegensatz zur Gemeinde keinen Rabatt, auch wenn sie statt eines Buches drei Bücher kaufen.

„Aber dass die Schüler und Eltern Bücher einzeln kaufen, ist seltener geworden. Heute bestellen die Schulen meist in einem Sammelauftrag auch jene Bücher, die die Schüler selber kaufen müssen. Das Geld dafür sammeln sie zuvor ein”, weiß Ulrich Kirch.

Fünf große Schulbuchverlage gibt es in Deutschland, darunter Klett, Schrödel oder Diesterweg. Sind alle bestellten Posten in der Buchhandlung eingetroffen, kontrolliert Ulrich Kirch die Lieferungen und verteilt sie anschließend an die Schulen. „Deshalb bin ich im Moment sehr viel unterwegs. Schließlich sollen die Schüler ihre Bücher am ersten Schultag auf dem Tisch liegen haben.”

Trotz der ansehnlichen Gewichte transportiert Ulrich Kirch die Bücher mit dem Pkw. „Zu manchen Schulen muss ich daher mehrmals fahren”, gibt er zu. In den einzelnen Schulen kontrolliert Ulrich Kirch die Bücher noch einmal zusammen mit einem Lehrer.

Im Wegberger Gymnasium tut dies Norbert Sandrowski. „Wir haben für das kommende Schuljahr etwa 2000 neue Schulbücher angeschafft. In Zeiten, in denen das Geld knapper wird, ist es schwierig, mit der Zuteilung der Gemeinde zurecht zu kommen.”

Am Wegberger Gymnasium machen die Sprachbücher die Lektüre aus, die die Schüler selber anschaffen müssen. Norbert Sandrowski erklärt: „Das ist auch sinnvoll, weil die Schüler etwa Vokabelbücher oft zur Hand nehmen sollten.”

Einen Vorteil hat das eigene Schulbuch: Das eine oder andere Eselsohr darf es haben, was natürlich beim Schuleigentum verboten ist. Selbst in die Buchhandlung brauchen Schüler des Wegberger Gymnasiums nicht zu gehen: Die Schule bestellt die gesammelten Werke gegen Vorkasse.

Norbert Sandrowski appelliert wie jedes Schuljahr an seine Schüler: „Die Bücher sollen sie pfleglich behandeln und zum Schutz einbinden. Es ist manchmal haarsträubend, was wir am Ende eines Schuljahres zurück bekommen.”

Heraus gerissene Seiten, verschmierte Texte oder zusammen geklebte Abschnitte: Oft gehen die Schüler sehr nachlässig mit dem Lehrmaterial um. Dabei kostet ein durchschnittliches Mathebuch stolze 16 Euro!

Auch Ulrich Kirch weiß, dass die Schüler verpflichtet sind, mit den Büchern sorgsam umzugehen. Deshalb bietet er Schutzumschläge in 40 verschiedenen Größen an. Denn es muss ja nicht so weit kommen, dass Eltern die Kosten für den Neukauf von verschmutztem Lehrmaterial übernehmen müssen. Solches ist, erklärt Norbert Sandrowski, leider keine Seltenheit.