Erkelenz: Überglückliche „Finisher” in der Heimat

Erkelenz : Überglückliche „Finisher” in der Heimat

Vier Rennradfahrer haben es im wahrsten Sinne des Wortes geschafft.

Die vier Ausdauersportler, Fleischermeister Karl-Heinz Esser und Diplomingeniuer Adolf W. Sommer aus Erkelenz, Prof. Dr. med. Jürgen Reul aus Bonn und Manager Stefan Müller aus Nürnberg, die am längsten und härtesten Radrennen der Welt, dem Race Across America (RAAM) teilgenommen haben, gehören zu den glücklichen „Finishern”.

Damit haben sie ihr Ziel, „Hauptsache durchkommen”, erreicht. Nach sieben Tagen, drei Stunden und 46 Minuten erreichten sie überglücklich, aber geschafft Atlantic City.

Damit trotzten sie nicht nur der 20-jährigen Geschichte des RAAM, die gezeigt hat, dass die durchschnittliche Ausfallquote bei 50 Prozent liegt, sondern bewiesen auch, dass im gesetzten Alter noch hervorragende sportliche Leistungen drin sind.

„Es war ein tolles Gefühl, in Atlantic City mit Polizeieskorte ins Ziel zu fahren”, schwärmt Sommer zurecht begeistert. Nicht minder begeistert und überglücklich war auch sein Sportkollege Esser nach der Rückkehr am Samstag. In Sommers Haus gab es einen kleinen Willkommensgruß der Familien und die Informationen für die Presse.

Wieder zurück aus Amerika sind die vier Ausdauersportler ganz schön geschafft. Immerhin war die Distanz, die die vier beim RAAM zurücklegen mussten, alles andere als ein Pappenstiel. Die „große Fahrt” von 5000 Kilometer Länge führte quer durch die Vereinigten Staaten. Nonstop, Tag und Nacht, galt es sich von San Diego ausgehend bis hin nach Atlantic City abzustrampeln.

„Immer einer musste auf dem Rad fahren, die anderen konnten sich kurz ausruhen, etwas regenerieren”, erklärten die Sportler. Durchschnittlich 90 Minuten Schlaf pro Tag gehörten als Schwierigkeit neben der Längendistanz ebenso dazu, wie rund 30 000 Höhenmeter und eine Temperaturdifferenz von bis zu 60 Grad Celsius zwischen Wüstenklima und Rocky Mountains.

Der Weg führte die Sportler durch elf Bundesstaaten, immer dabei Begleitfahrzeuge, die die Sportler versorgten und nachts den Weg ausleuchteten. Überhaupt sei das Rennen bestens vorbereitet gewesen. In Atlantic City war sogar für die Teilnehmer ein Autobahnzubringer kurzzeitig gesperrt worden.

Die lange Vorbereitung, unter der fachmännischen Anleitung von Coach Huber Schwarz habe sich somit bezahlt gemacht. Es habe sich gezeigt, was die vier zuvor bei ihren sorgfältigen Vorbereitungen, zum Beispiel auch im Trainingslager auf Mallorca zusammen mit Extremsportler Joey Kelly, oder auf ihrer 550 Kilometer langen Trainingstour bis Nürnberg, bereits ahnten: Weniger auf die Muskelmasse, sondern auf die Ausdauer kam es an.