Erkelenz: Trotz Eiseskälte wurde es warm ums Herz

Erkelenz : Trotz Eiseskälte wurde es warm ums Herz

Es war schon erstaunlich, dass sich so viele Menschen von der klirrenden Kälte nicht hatten abhalten lassen, in die Stadthalle zu kommen.

Dort führte das Operetten-Tournee-Theater-Hannover mit seinem erstklassigen Solistenensemble in Zusammenarbeit mit Chor, Ballett und Operettenorchester „Duna” Budapest unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektorin Katalin Doman aus Budapest und der Regie von Renate Rochell aus Hannover die Operette in drei Akten „Das Schwarzwaldmädel” von August Neidhart auf.

Nicht zuletzt die unvergessenen Melodien, die herrliche Musik von Léon Jessel waren der Grund, dass dem Publikum trotz Eiseskälte warm ums Herz wurde. Léon Jessel, der 1871 in Stettin als Kaufmannssohn geboren wurde, begann seine Laufbahn als Kapellmeister in Lübeck. Mit seiner „Parade der Zinnsoldaten” erreichte er große Popularität, ehe er sich der Operette widmete.

Den großen Durchbruch erlebte er allerdings erst mit dem 1917 an der Komischen Oper Berlin uraufgeführten Schwarzwaldmädel. Die Operette wurde innerhalb von zehn Jahren fast sechstausendmal aufgeführt. 1942 wurde er von der Gestapo zu Tode gefoltert.

Das Operetten-Theater bot eine herausragende Aufführung mit einem phantastischen Bühnenbild und herrlichen Kostümen, was alles zusammen für die Zuschauer zu einem unvergesslichen Theaterabend wurde.

In der Singspielhandlung um den Domkapellmeister Blasius Römer, der zurückgezogen mit seiner Tochter Hannele und dem Dienstmädchen Bärbele lebt, treffen Schwarzwälder Landleben und städtische Lebensweise aufeinander.

In Sankt Christoph im Schwarzwald, verliebt sich der nicht mehr ganz junge, ehrwürdige Domkapellmeister Blasius Römer nach einem freundschaftlich gemeinten Kuss in seinen Schützling Bärbele.

Doch es kommt, wie es kommen muss, bei einem Volksfest verliebt sich Bärbele in den jungen Hans: „Muss denn die Lieb stets Tragödie sein?”

Hans und sein Freund Richard haben sich als „Wandermusikanten” ausgegeben und bei Römer Quartier bezogen. In Wahrheit will Hans seiner aufdringlichen und unerwünschten Verehrerin Malwine von Hainau entfliehen. Diese ist ihm aber nachgereist und versucht, ihn durch einen Flirt mit seinem Freund Richard eifersüchtig zu machen.

Am Morgen nach dem Fest erhält Römer, der beschlossen hat, um Bärbeles Hand anzuhalten, die Nachricht, dass Bärbeles Vater gestorben ist und dem Mädchen ein Vermögen hinterlassen hat.

Derweil geben Richard und Malwine ihre Verlobung bekannt und Römer erkennt resignierend, dass Bärbele und Hans für einander bestimmt sind. Damit war Ende gut, alles gut, und für die großartige Darbietung der Künstler gab es langanhaltenden Applaus.