Hückelhoven-Hilfarth: Trötemänn gnadenlos närrisch

Hückelhoven-Hilfarth : Trötemänn gnadenlos närrisch

Karneval in Hilfarth ist Stimmung pur. Die erste der drei großen Kappensitzungen - natürlich bis in die Nacht hinein - wurde wie seit 5 mal 11 Jahren auch diesmal nicht nur im gleichen Saal, sondern auch allein mit einheimischen Kräften gnadenlos über die Bühne gebracht.

Sitzungspräsident Hermann-Josef Knur verriet an seinem Lächeln bei der Begrüßung, dass wieder viel geboten wurde. Und natürlich viel Gutes, Kurzweiliges, alles das, was die Nacht zum Tag machte.

Hans-Arndt Sieberichs als „Ne Knallkopp” wollte gar nicht lange warten, um über sein aufregendes Leben mit seiner von ihm über alles geliebten Freundin, die ihn vielleicht doch hinters Licht führt, und seinen Freunden zu berichten, die - wie es immer so ist - alles längst wissen, bevor der Knallkopp davon erfährt. Aber so etwas hatte er ja schon geahnt.

Nach den schunkeligen Rheinliedern von Günter Scholz und Berti Heinrichs fanden sich plötzlich zwei Helfether Mädchen auf der Bühne (Ulrike Hülkenberg und Rebecca Königs), die nicht nur mit Worten jonglierten, sondern auch mit echten Keulen oder so. Der Saal kam aus dem Lachen nicht mehr raus.

Auch weil kurz danach - nach der zuckersüßesten Versuchung, mit Lollipops, der Showtanz Garde II - das „Dinner for one” durch Martina und Manfred Holten phantasievoll abgewandelt wurde in „Aschermittwoch for one”. Und das dann noch in einer Hilfarther Kneipe. Der Mann als Diener. Wie im richtigen Leben?

Eine etwas andere Büttenrede lieferte Rolf Eßer als Musiker, der auf seltsamen Instrumenten (man kann sich denken, auf welchen) seltsame Geschichten erzählte: Was man so alles erlebt, wenn man Musik macht. Hilfarther Büttenreden sind bekannt und berüchtigt.

So natürlich auch Arndt und Klaus Holten als „De Jonges von de Hegge”, die wie die Zwei, die auf Godot warten, aufwarteten; das tägliche Leben als Comic. Wenn man alles nicht so ernst nimmt, dann klappt alles viel besser. Aber auch Rucksacktourist Professor Rudi (Ralf Steigels) und der „Schönne” alias Oliver Lengersdorf als Olympiabotschafter wussten mit Wortwitz und Zweideutigkeiten von Ländern zu berichten, die es vielleicht gar nicht gibt.

Der Showtanz der Funkengarde als Boxkampf - Frauen können überall schön und lasziv zugleich daherkommen - oder auch die verdammt erotischen und ebenso beweglichen Körper der Akro Bengels, die über die Bühne flogen, rundeten das Programm, das eher eine getanzte Weltreise war, so wie auch das Dream Team zeigte. In Hilfarth wurde die Nacht noch sehr lang. Aber das ist ja nichts Neues.