Kreis Heinsberg: Traumland wird mit dem Integrationspreis belohnt

Kreis Heinsberg : Traumland wird mit dem Integrationspreis belohnt

Die Projektgruppe „zusammenNähen ... entwerfen, umsetzen, verändern mit Frauen verschiedener Herkunft!“ des ­Familienzentrums Traumland in Hückelhoven ist am Dienstagabend bei einer Feierstunde in der Aula des Hückelhovener Gymnasiums mit dem ersten Integrationspreis der Sparkassen-Stiftung für Völkerverständigung geehrt worden. Die neue Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert.

„Wir haben in unserer Stiftungsarbeit gemerkt, dass den Bürgerinnen und Bürgern des Kreises Heinsberg die Integration am Herzen liegt“, erklärte Sparkassendirektor Thomas Pennartz.

Herzliche Gratulation: Astrid Wolters, die Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, und Sparkassendirektor Thomas Pennartz beglückwünschten die Leiterin des Familienzentrums, Marion Rick (Mitte).

Dies sei auch dadurch deutlich worden, dass bei den Ausschreibungen zum Begegnungspreis der Sparkassen-Stiftung, der seit 2002 vergeben wird, viele Bewerbungen eingegangen seien, deren Maßnahmen und Projekte den Bereich Integration betreffen würden.

Sie hätten allerdings nicht den Kriterien des Begegnungspreises entsprochen. „Um die vielen guten Aktivitäten, die es in unserem Kreis zur Integration gibt, zu würdigen, hat das Kuratorium der Stiftung daher beschlossen, zusätzlich einen zweiten Preis, den Integrationspreis, auszuschreiben“, sagte Pennartz.

Wie Astrid Wolters, Vorsitzende vom Kuratorium der Sparkassen-Stiftung, in der Laudatio ausführte, bietet das Familienzentrum Traumland seit April 2009 in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt ­Hückelhoven dieses Projekt an, um Frauen verschiedener Herkunft zusammenzuführen.

Entstanden sei die Idee bei einem Elterncafé. Kreatives Interesse und handwerkliches Geschick verbinde viele Frauen, sodass trotz unterschiedlicher Herkunft eine gemeinsame Basis für den Austausch gefunden worden sei. Innerhalb des Nähkurses wird laut Wolters großer Wert darauf gelegt, dass die Teilnehmerinnen mit der deutschen Sprache vertrauter werden und damit Hemmschwellen abbauen.

In ungezwungener Atmosphäre könnten die Frauen sich austauschen. Gegenseitiges Verständnis und Wissen über die verschiedenen Kulturen würden entwickelt und vertieft. Die Ergebnisse aus der Projektarbeit würden auch der Öffentlichkeit vorgestellt.

So beteiligten sich die Teilnehmerinnen des Kurses aktiv an Veranstaltungen wie dem Fest der Kulturen. Mittlerweile sei sogar ein eigenes Label „zusammenNähen“ entstanden. Unter diesem Label würden ehrenamtlich unter anderem Kirschkernkissen für das Begrüßungs­paket der Stadt gefertigt.

Mit knapp 35 Prozent liege der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in der Altersklasse bis fünf Jahre am höchsten, erläuterte Wolters. Dies verdeutliche, dass den Frauen eine Schlüsselfunktion bei der Integration der gesamten Familien zukomme.

Das ausgezeichnete Projekt, mit dem „Integration vorbildlich gelebt“ werde, setze durch Förderung der Frauen genau an dieser Schlüsselposition an. Sie dienten als Multiplikatoren und vereinfachten so vor allem den jungen Familienmitgliedern das Lernen der deutschen Sprache. So werde die Tür geöffnet zu „tatsächlicher Integration ohne Verlust der eigenen Identität“.

Marion Rick, Leiterin des Familienzentrums, sagte — stellvertretend für alle am Projekt Beteiligten — voller Stolz „Danke“ für diese Auszeichnung und vergaß nicht, insbesondere ihre Vorgängerin, Birgit Kirchner, die Gleichstellungsbeauftragte, Petra Hudler, und die Schneidermeisterin, Elvira Deutges, zu erwähnen.

Mit tamilischen und spanischen Tänzen sowie Hückelhovener Liedgut wurde das Programm am Dienstagabend gestaltet. Natürlich durfte da eine mit viel Applaus bedachte Modenschau der Projektgruppe nicht fehlen.

(disch)