Kreis Heinsberg: Tränen bei Verabschiedung in der Kirche von Breberen

Kreis Heinsberg : Tränen bei Verabschiedung in der Kirche von Breberen

Es waren nicht wenige Tränen, die am Sonntagnachmittag schon in der heiligen Messe in der katholischen Kirche St. Maternus in Gangelt-Breberen flossen. Grund war die Verabschiedung von Gottfried Maria Graaff als Regionaldekan und von Rolf Hannig als Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden Gangelt.

15 Jahre waren beide als Pfarrer in Gangelt tätig gewesen, Graaff zugleich die vergangenen fünf Jahre als Regionaldekan der Region Heinsberg.

Pfarrer Daniel Wenzel ist der neue Leiter der GdG Gangelt. Foto: Anna Petra Thomas

Generalvikar Dr. Andreas Frick war aus Aachen gekommen, um die beiden im Rahmen einer heiligen Messe von ihren Aufgaben in Gangelt zu entbinden. Dabei verlas er persönliche Briefe des Bischofs. Graaff habe als Regionaldekan auf engagierte und selbstlose Weise gewirkt, dabei Region und Bistum wichtig und wegweisende Impulse gegeben, hieß es darin. Er habe innovative pastorale Projekte auf den Weg gebracht und in besonderer Weise das ehrenamtliche Engagement gefördert. Im diözesanen Priesterrat habe er eine wichtige Stimme gehabt und sei ein guter Ratgeber gewesen. Graaff sei immer loyal geblieben, wenn er auch nicht immer mit dem Bischof einer Meinung gewesen sei. Trotz aller Anforderungen sei er zudem immer in allem als Priester erkennbar geblieben.

Nachdem er Graaff und Hannig offiziell entpflichtet hatte, ernannte er Daniel Wenzel, schon bisher Pfarrer in der GdG, die von den Gangeltern lieber Weggemeinschaft genannt wird, zu deren neuen Leiter. Ihm übergaben Graaff und Hannig dann in zwei Kästchen Schlüssel und Siegel der GdG. Ein weiteres Kästchen mit dem Siegel des Regionaldekans und dem Schlüssel für das Mönchengladbacher Büro des Regionaldekans reichte Graaff sodann an den neuen Generalvikar weiter, da ein Nachfolger für Graaff derzeit noch nicht gefunden ist.

„Das Christentum war vor Ihnen in Gangelt, und es wird auch nach Ihnen dort sein“, zitierte Hannig in seiner Predigt Bischof Heinrich Mussinghoff aus den Gesprächen vor der Einführung im Jahr 2000. „Damit ist eigentlich alles gesagt“, fügte er selbst hinzu. Doch so einfach sei das nicht, sprach Hannig offen seine Emotionen an. Die vergangenen zwei Wochen seien sehr schwer gewesen. „Ich heul seit 14 Tagen wie ein Schlosshund“, räumte er ein, nicht ohne wieder mit den Tränen zu kämpfen. „Auch wir werden Trauerarbeit leisten müssen“, sagte er.

Engagement in Region gewürdigt

Dann blickte er aber auch mit viel Freude zurück auf all die Menschen in der Weggemeinschaft, auf das ausgeprägte ehrenamtliche Engagement, auf das Engagement der Ortsvereine, wenn es etwa um die Renovierung von Kirchen gegangen sei, oder — mit Blick auf die Region — die St.-Martins-Kleidersammlung, mit der die Heinsberger Region eine Alleinstellung habe. „Viele sind einfach da, wenn es gilt, etwas aufzubauen“, würdigte er die Menschen in der gesamten Region. Sie würden einander tragen, einander begleiten in Freud und Leid. „Das alles, aber vor allem die Menschen hier werden wir in unseren Herzen behalten“, sagte Hannig.

Nach der Messe hatten alle Gottesdienstbesucher Gelegenheit, sich in Rahmen eines Empfangs in der Breberener Festhalle persönlich von den beiden Priestern zu verabschieden.

(anna)