Kreis Heinsberg: Tourist-Service steht vor Veränderungen

Kreis Heinsberg : Tourist-Service steht vor Veränderungen

Der Heinsberger Tourist-Service (HTS) steht vor Veränderungen im kommenden Jahr: Patricia Thiel, die seit fast 20 Jahren in Diensten des HTS steht und die touristische Entwicklung im Kreis Heinsberg maßgeblich mitgeprägt hat, muss aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten.

So wird der neue Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG), Ulrich Schirowski, zunächst im Rahmen einer „kleinen Amtshilfe“ mitwirken, um das Tourismuskonzept voranzubringen und fertigzustellen. Und dann soll der WFG-Geschäftsführer im Laufe des kommenden Jahres die Verantwortung auch für die HTS-Geschäftsführung übernehmen. In welchem Modell konkret, dies ist noch offen.

Als nicht undenkbar gilt, dass der operative Bereich des HTS als Abteilung in die WFG integriert werden könnte. Patricia Thiel, die seit vielen Jahren an Multiple Sklerose leidet, will nach eigenen Angaben in die zweite Reihe treten: „Meine Energien sind nicht endlos.“ Landrat Stephan Pusch, der Vorsitzende des Vereins HTS, ließ erkennen, dass auf die Erfahrungen der langjährigen Geschäftsführerin aber nicht verzichtet werden soll: „Frau Thiel wird beim HTS bleiben“, sagte er bei der Mitgliederversammlung im Kreishaus. Von allen Seiten wurde betont, dass ein sehr harmonisches Miteinander und ein sehr harmonischer Übergang erwartet würden.

Stephan Pusch hatte unter dem Tagesordnungspunkt „Personalangelegenheiten“ in Absprache mit der Betroffenen die MS-Erkrankung von Patricia Thiel offen angesprochen. Ihre Gesundheitszustände würden bei einer solchen Erkrankung eng mit ihrer Arbeitsbelastung zusammenhängen. Wenn dann eine Hauptleistungsträgerin über mehrere Monate hinweg gesundheitlich bedingt ausfalle, ­stocke das Ganze, sprach der Landrat auch die Verzögerungen bei der Erarbeitung des neuen Tourismuskonzeptes an.

Patricia Thiel habe darum gebeten, sie von ihrer Funktion als HTS-Geschäftführerin zu entbinden. Da Tourismusförderung auch ein Aspekt der Wirtschaftsförderung sei, habe sich Ulrich Schirowski bereit erklärt, die Funktion zu übernehmen. Und auch Schirowski selbst betonte: „Tourismusentwicklung ist ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaftsförderung.“ Es gehe um Vermarktung, es gehe um Wertschöpfung.

Wertschöpfung in Millionenhöhe

Zum Thema Wertschöpfung konnte Patricia Thiel in ihrem Geschäftsbericht überaus positive Zahlen präsentieren. So habe es in den Jahren von 2005 bis 2014 deutliche Zuwächse sowohl bei den Gästeankünften (von knapp 72.000 auf gut 97.000) und den Übernachtungen (von gut 164.000 auf fast 290.000) als auch bei den Tagesgästen (von rund 3,3 auf 9,5 Millionen) gegeben. Die Wertschöpfung sei in diesem Zeitraum von 98,8 auf 262,5 Millionen Euro gesteigert worden. „Es lohnt sich, Tourismusförderung zu betreiben“, sagte Thiel. Und sie verwies auf die aktuelle Zeitungsmeldung, nach der die Landesstatistiker für den Kreis Heinsberg in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein Gäste- und Übernachtungsplus von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum errechnet hätten.

Tourismuskonzept

In Sachen Tourismuskonzept hat es nach Angaben von Thiel bislang Recherchen, Expertengespräche, Analysen, Strategieworkshops, Ziel- und Zielgruppenbestimmung sowie Sitzungen der Lenkungsgruppe gegeben. Was jetzt anstehe, seien Themenworkshops zu Tourist-Information, Radtourismus, Erlebnisraumkonzept, Aufgaben und Organisation sowie Marketingkonzept, ehe es um die Strategie- und Maßnahmenentwicklung gehen werde. Trotz der zeitlichen Verzögerung stellte der Landrat fest: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Nachgedacht werden müsse über ein Vermarktungskonzept und über die Organisationsstruktur, aber auch über eine engere Anbindung an den Niederrhein-Tourismus, so Pusch.

(disch)