Kreis Heinsberg: Tour durch den Kreis: Laschets Bekenntnis zum ländlichen Raum

Kreis Heinsberg : Tour durch den Kreis: Laschets Bekenntnis zum ländlichen Raum

Als der große Wahlkampfbus mit dem CDU-Spitzenkandidaten an Bord am Freitagmittag die Geilenkirchener Ortschaft Tripsrath erreichte, hatte Armin Laschet zusammen mit den heimischen Landtagskandidaten Bernd Krückel und Thomas Schnelle schon zwei Termine im Kreis Heinsberg hinter sich.

Zwei Termine, die ihn beeindruckt hatten. Nach dem Besuch im Rathaus von Hückelhoven, wo er sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hatte, lobte er, Hückelhoven sei „ein Musterbeispiel, wie Strukturwandel funktionieren kann“. Und mit Blick auf das für moderne Brennstoffzellentechnologie, für die Energiewende und auch für den Strukturwandel stehende Oberbrucher Unternehmen Solid Power sprach der Christdemokrat, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen werden will, von einem „total innovativen Betrieb“.

 In Oberbruch informierte sich ­Armin Laschet bei Solid Power über die Brennstoffzellentechnologie.
In Oberbruch informierte sich ­Armin Laschet bei Solid Power über die Brennstoffzellentechnologie. Foto: agsb

Der Hof der Familie Koch in Tripsrath an der Annastraße war dann Schauplatz einer Veranstaltung des Agrarausschusses im CDU-Kreisverband Heinsberg.Erst einmal hörte sich Laschet Sorgen und Nöte an: „Immer mehr Bürokratie“ beklagte Josef Schmitz, der Agrarausschussvorsitzende. Das sei „ein Riesenthema“.

 In Hückelhoven trug sich Armin ­Laschet ins Goldene Buch der Stadt ein.
In Hückelhoven trug sich Armin ­Laschet ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: koe

Gastgeber Johannes Koch sagte, der landwirtschaftliche Familienbetrieb liefere Spitzenqualität mit höchsten Standards. Überprüfungen seien sinnvoll, aber ohne Überreglementierung. Regeln und Auflagen für die Landwirtschaft seien gut, solange sie sinnhaft für Verbraucher und Natur seien und nicht nur dazu dienen würden, Ideologien zu befriedigen. Die Landwirte seien es leid, als Sündenbock dargestellt zu werden. „Wir erwarten Wertschätzung. Die permanente Diskriminierung muss ein Ende haben.“ Auch Bernhard Conzen, Landwirtschaftspräsident im Rheinland, mahnte, es gehe um die Achtung der landwirtschaftlichen Familien im ländlichen Raum: „Wir wollen Anerkennung für unsere Arbeit!“

Laschet schwor seine Parteifreunde zunächst darauf ein, dass es bei der bevorstehenden Landtagswahl sehr knapp werden könne beim Zieleinlauf zwischen CDU und SPD. „Wer hat die meisten Stimmen?“ Dies sei am 14. Mai die Frage. Und in einer großen ­Koalition, die denkbar sei, werde die Union nur etwas verändern können, wenn sie an der Spitze der Regierung stehe.

Der ländliche Raum sei einer seiner Schwerpunkte im Wahlkampf, betonte Laschet. Er unterstrich die wichtige ökonomische Komponente des bäuerlichen Wirkens: „Landwirtschaft ist Mittelstand.“ Und er pflichtete den Vorrednern bei: „Im ländlichen Raum brauchen wir das Signal der Wertschätzung.“ Deshalb wolle er auch mit Fachleuten aus der Landwirtschaft in Koalitionsverhandlungen gehen. Ohne einen Richtungswechsel werde es keine Koalition geben. Rot-Rot-Grün sei noch nicht ausgeschlossen. „Dann geht das Licht aus“, so Laschet, „für die Landwirtschaft und viele andere.“

Nachdem Rainer Latten, der Ehrenpräsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes, die Einflussmöglichkeiten für die Grünen auf die Landwirtschaftspolitik aufgrund vieler Ministerposten in den Bundesländern beklagt hatte, versprach Laschet: Wenn die CDU nach der Wahl in der Regierung sei, „dann werden wir auf diesem Ministerium bestehen“.

Das Ressort Landwirtschaft „muss in unsere Zuständigkeit“. Laschet machte deutlich, dass ihm ein „Heimatministerium“ — ein Ministerium für die Heimat und den ländlichen Raum — vorschwebe. Auf den Hinweis aus dem Kreis der Landwirte, dieses Ministerium müsse dann unter CDU-Führung aber auch weiterhin zugleich für Umwelt sowie Natur- und Verbraucherschutz zuständig sein, entgegnete er vorsichtig: „Das nehme ich in mein Herz.“

Laschet streifte auch noch Themen wie Bildung oder Innere Sicherheit. „Neben Herrn Remmel muss auch Herr Jäger weg“, unterstrich er seine Wunschvorstellung nach Ablösung sowohl des Grünen Umweltministers als auch des SPD-­Innenministers.

(disch)