Kreis Heinsberg: Tierseuchen sollen nicht in den Kreis eingeschleppt werden

Kreis Heinsberg : Tierseuchen sollen nicht in den Kreis eingeschleppt werden

Mit Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen reisen viele Urlauber auch in diesem Jahr wieder in ferne Länder. „Mit diesen Reisen ist jedoch auch die Gefahr verbunden, dass Erreger gefährlicher Tierseuchen bei der Rückkehr nach Deutschland eingeschleppt werden“, betont Bernhard Conzen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg.

Angesichts der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Osteuropa, aber auch jüngster Fälle von Maul- und Klauenseuche in Teilen Afrikas und Asiens appelliert der Vorsitzende an die Reisenden, bei der Heimkehr die einschlägigen Warnhinweise an den Flughäfen zur Einschleppung ansteckender Tierseuchen zu beachten und eventuell mitgeführte Produkte zur amtlichen Kontrolle vorzustellen. „So können Viren durch Felle, unbehandelte Trophäen oder kontaminierte Kleidung eingeschleppt werden, aber auch durch mitgebrachte Lebensmittel infizierter Tiere wie frisches Fleisch oder Rohwürste“, erklärt Bernhard Conzen.

Nach Angaben des Bundesforschungsinstitutes für Tiergesundheit ist etwa das Virus der Afrikanischen Schweinepest in Produkten aus nicht durchgegartem Fleisch über Wochen und Monate überlebensfähig.

Eine Einschleppung der für den Menschen ungefährlichen Seuche hätte nicht nur die Tötung infizierter und ansteckungsverdächtiger Bestände zur Folge, sondern auch weitreichende Handelsrestriktionen.

„Ein Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest existiert bislang nicht“, so der Vorsitzende. Besonderes Augenmerk empfiehlt Bernhard Conzen aber auch im Hinblick auf eine Einschleppung resistenter Keime.

Antibiotikaresistenzgene

So wiesen Wissenschaftler erst in diesem Frühjahr wieder darauf hin, dass Reisende als „Urlaubssouvenir“ Antibiotikaresistenzgene in ihrer Körperflora mitzurückbringen können.

Multiresistente Keime fanden Experten etwa bei Untersuchungen an frischen Kräutern aus Asien, die während des Anbaus und der Verarbeitung mit Fäkalbakterien in Kontakt gekommen sein könnten. Da diese häufig roh verzehrt würden, sehen die Experten hier einen Eintragspfad von resistenten Keimen zum Menschen. Der Vorsitzende empfiehlt daher, auch im Urlaub eine gute Küchenhygiene nicht außer Acht zu lassen.