Kreis Heinsberg: Thema Notfallpraxen: „Mit einer Stimme in die weiteren Gespräche“

Kreis Heinsberg : Thema Notfallpraxen: „Mit einer Stimme in die weiteren Gespräche“

„Wir haben ein sehr informatives und interessantes Gespräch mit vielen Akteuren aus dem Gesundheitsbereich geführt und ein Ergebnis erzielt, das sich sehen lassen kann.“ Mit diesen Worten haben Stefan Lenzen und Dr. Klaus Wagner, die zusammen die zweiköpfige FDP-Fraktion im Heinsberger Kreistag bilden, in einer Pressemitteilung ihre Eindrücke von der ersten Sitzung des von den Freidemokraten mit initiierten interfraktionellen Gremiums zusammengefasst, das sich mit dem Erhalt der Notfallpraxen im Kreis Heinsberg beschäftigt.

„Alle waren wir uns einig, dass die medizinische Grundversorgung durch Notfallpraxen so erhalten bleiben muss, dass sie für alle Bürger unseres Kreises in angemessener Zeit zu erreichen sind. Das wäre mit dem Erhalt der drei Praxen sicher am besten gewährleistet. Allerdings ist uns klar geworden, dass dies ein sehr komplexes Thema ist. Es gilt, einen vernünftigen Ausgleich zwischen den Interessen der Patienten, aber auch der den Notfalldienst leistenden Ärzte zu erreichen. Auch sie müssen — und auch das liegt im Interesse der Patienten — zu angemessenen Bedingungen tätig werden. Zugleich gilt es, eine Überlastung der Notfall-Ambulanzen der Krankenhäuser und des Rettungsdienstes zu vermeiden. Angesichts dieser Gemengelage ist es richtig, dass wir übereingekommen sind, dass Kreisverwaltung und Kreispolitik aktiv Einfluss auf die noch laufenden Gespräche und Verhandlungen der kassenärztlichen Vereinigung nehmen“, so Lenzen und Wagner.

Bei der nächsten Sitzung des Gesundheitsausschusses solle eine gemeinschaftliche Linie für das weitere Vorgehen beschlossen werden. „Wir halten es für eine sehr gute Lösung, mit einer Stimme in die weiteren Gespräche zu gehen. Wir setzen von Seiten der Partei und Fraktion weiter auf Information und Dialog“, sehen sich Stefan Lenzen, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion und sein Stellvertreter Dr. Klaus Wagner, Kreisvorsitzender der FDP, bei der Arbeit im Gremium bestätigt.

Die CDU-Mehrheitsfraktion, die gemeinsam mit der FDP den Kreistagsbeschluss zur Bildung des interfraktionellen Gremiums auf den Weg gebracht hatte, zeigte sich auf Anfrage am Montag „verwundert“ über die FDP-Pressemitteilung. Die Sitzung des intern tagenden Gremiums, an der Vertreter der Kreistagsfraktionen, der Kreisverwaltung und der Ärzteschaft teilnahmen und bei der Gesundheitsamtsleiter Dr. Karl-Heinz Feldhoff als Moderator fungierte, habe „vorbereitenden Charakter“ gehabt für die Sitzung des Gesundheitsausschusses am 13. April sowie die folgenden Sitzungen von Kreisausschuss und Kreistag, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert Reyans, der sich deshalb jetzt auch nicht inhaltlich äußern wollte. „Das gehört in den Fachausschuss.“ Verwundert zeigte sich Reyans zudem darüber, dass sich Lenzen und Wagner als „Protagonisten“ in den Vordergrund stellen würden, zumal — wie von jeder Fraktion — nur einer dem Gremium angehöre und dieser Liberale auch noch zu spät zu der Sitzung erschienen sei.

(disch)