Hückelhoven-Ratheim: Textilkunst ist schön, macht aber viel Arbeit

Hückelhoven-Ratheim : Textilkunst ist schön, macht aber viel Arbeit

Vier Künstlerinnen stellten im Alten Rathaus ihre Textilkunst aus. Die Darstellungen und Themen der Künstlerinnen waren durchaus sehr unterschiedlich und zeugten von der kreativen Vielfalt der Textilkunst.

So inszenierte Monika Mosburger zum Beispiel „Die Gewänder der Nausikka”. Die Königstochter spielt in der Odysseus-Sage eine große Rolle. Ihre Kleidung war zum Trocknen am Strand der Insel Phaiakos an einem Gestell aus Treibgut aufgehängt.

Mosburger inszenierte die Szene mit Teilen einer alten Volkstracht aus Leinenbatist. Die Installation schien tatsächlich aus einer Strandszene entliehen zu sein.

Dramatikerin Virginia Woolf

Eva-Stefanie Mosburger-Dalz widmet sich seit drei Jahren mit ihrer textilen Kunst den Werken der Dramatikerin Virginia Woolf, die sie in Kollagen aus Stoffen und Buchseiten immer neu in Szene setzt. Die gelernte Textilveredlerin malt seit 1988 und widmet sich seit zehn Jahren auch der textilen Kunst. Dabei schafft sie pro Jahr nur höchstens zwei Arbeiten.

„Die Beschäftigung mit Textil ist immer mit viel Arbeit verbunden”, erklärte die Künstlerin bei der Eröffnung. Es sei eine langwierige und kleinteilige Arbeit, die auch des kulturellen Wissens des Künstlers bedarf. Schließlich spiegelt sich die Kultur einer Gesellschaft auch und vor allem in ihrem Umgang mit dem Textilien wider, die zum täglichen Leben gehören.

Keine Unbekannte mehr

Die Niederländerin Els Spaanderman van der Boom ist in unseren Breitengraden auch keine Unbekannte. Anfang des Jahres hatte sie noch eine viel beachtete Ausstellung im Wassenberger Rathaus. Neben der Textilkunst widmet sie sich auch der Malerei und der Bildhauerei.

In Ratheim war sie mit farbenfrohen und auffällig gemusterten Quilts und Textilbehängen vertreten. Die zusammengesetzten Decken und Überwürfe zogen die Aufmerksamkeit auf sich und verleiteten zur intensiven Beschäftigung mit der Mustervielfalt.

Rita Gehler-Marx hatte romantische Bildmotive mit Textilien geschaffen, die bei der Beschäftigung den eigenen Empfindungen der Betrachter Raum gaben. Sie ist seit Jahren in internationalen Textilkunstforen organisiert und hat schon einige Preise für ihre Arbeiten bekommen.

Unter anderem ist sie auch als Dozentin an der Volkshochschule tätig. Wie Mosburger-Dalz ist sie eine Netzwerkerin, die immer wieder neue Verbindungen und Synergien mit anderen Künstlern schaffen.

Musikalisch wurde die Ausstellungseröffnung von Jos van Helden (Geige) und Lea Jansen (Querflöte) aus Posterholt gestaltet. Gemeinsam bilden sie die Gruppe Danza das Materias”, was die galizische Entsprechung des Spiels „Reise nach Jerusalem” ist.