Erkelenz: „Tamtam” bringt Stimmung in die Leonhardskapelle

Erkelenz : „Tamtam” bringt Stimmung in die Leonhardskapelle

Trude Backes meinte: „Geh doch weg mit dem Singen, und alles noch auf englisch, aber schön” und recht hatte sie in der Leonhardskapelle.

Da war sie nämlich mit Janek Wilholt am Flügel, Marcel Botz (Tenor), Bärbel Hertl (Sopran), Ruth Löbbert (Mezzo) zu Gast, natürlich mit ihrem richtigen Namen Monika Hintsches. „Ballyhoo”- Tamtam - so nennt sich die Truppe, die fetzigen Pop, Swing und Jazz in ihrem Repertoire hat, harmonisch fantastisch zusammenpasst und stimmlich außerordentlich zwischen rockig und innig leise variieren kann.

Man merkt deutlich die Führung der Leiterin Monika Hintsches, die nicht nur Musiklehrerin und Chorleiterin ist, sondern sich auch einen Namen als Kabarettistin längst weit über ihre Heimatstadt Mönchengladbach erworben hat. In ihrer Kunstfigur Trude Backes, mit Kompotthütchen und Pepitakostüm in der Menopause, verkündet sie manchmal hintersinnig, manchmal drastisch, was in der Welt, besonders in Deutschland und in ihrer Familie so los ist oder war.

Jetzt lautete das Programm „Swing meets Kabarett - und das nicht nur zur Weihnachtszeit.”

Getrommelt und gesungen

Über zwei Stunden wurde getrommelt, gesungen, geschimpft, zum Beispiel, dass der Mann die Schuhe anziehen und den Müll rausbringen soll, aber auch der ursprüngliche Wunsch von Trude, Urlaub in Dubai zu machen. Aber, so Trude, „die haben auch kein Geld mehr und verticken die Frauen für Kamele.” Deshalb war die Karibik Ersatz, so lange es die noch gibt, weil die Kinder dort jetzt schon wegen der Klimakatastrophe Tauchkurse machen müssen.

Alle bekamen bei ihren Rundumschlägen das Fett weg, die Männer, die täglich nur 500 Wörter parat haben und bei denen Feierabend ist, wenn sie die verballert haben, Ihr Arzt, die „Konifere Dr. Baumann”, die Gesundheitsreform, die Wahlen des vergangenen Jahres und Lafontaine, der „Geysir der Politik”. Sie fragte, ob das C bei der CDU nun christlich oder chronisch bedeutet und konnte nicht so richtig die Geschenke zu Weihnachten zwischen Mehl (mail) box und Ei(I)Pot unterscheiden. Ihr Motto „Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist” beschäftigte sie am Abend genauso wie der gekonnte urkomische auf Zuruf des Publikums dargebotene Tanz und Gesang eines Weihnachtsliedes als Tango oder poppig.

Zum Schluss wurde es noch einmal besinnlich, als die Gruppe das Weihnachtslied vortrug, natürlich in der englisch-amerikanischen Version „Silent night.” Starker Beifall zwang die Akteure zu Zugaben, in denen noch einmal Chor und Solisten glänzten.