Kreis Heinsberg: Tag der Selbsthilfe auf dem Franziskanerplatz

Kreis Heinsberg : Tag der Selbsthilfe auf dem Franziskanerplatz

Aus Anlass des Selbsthilfetags hatte das Selbsthilfe- und Freiwilligenzentrum (SFZ) im Kreis Heinsberg zu einer Informationsveranstaltung auf den Franziskanerplatz in Erkelenz eingeladen. Rund 20 Selbsthilfegruppen aus dem Kreisgebiet waren gekommen, um über ihre Arbeit zu informieren.

Das SFZ koordiniert die dezentrale und eigenständige Arbeit der Gruppen, in denen sich Betroffene verschiedener Krankheiten und Problemsituationen austauschen.

Der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen hob zur Begrüßung der Aktiven das Engagement hervor, mit dem sie ihre ehrenamtliche Arbeit tun. Er selbst, so gab Jansen zu, sei überrascht gewesen, wie viele Gruppen im Kreis existieren und welche Themenvielfalt sie abdecken.

Das SFZ steht unter der Trägerschaft der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände im Kreis und hat seinen Sitz an der Hochstraße in Heinsberg. Im Kreisgebiet seien rund tausend Menschen in knapp hundert Selbsthilfegruppen organisiert, erklärte Hannelore Viehöver-Braun. Sie leitet und koordiniert die Arbeit des Heinsberger SFZ und ist Ansprechpartnerin für Ratsuchende.

Auf dem Franziskanerplatz hatten sich unter anderem die „Rosa Schleife”, eine Selbsthilfegruppe für Brustkrebserkrankte, die Wassenberger Krebs-Selbsthilfegruppe, der Kneippverein, an Inkontinenz erkrankte und der Kinderhospizdienst sowie die ADHS-Elterngruppe „Kevin” und die Rheuma-Liga eingefunden.

„Viele Gruppen”, so betonte Viehöver-Braun, arbeiten jedoch auch anonym und scheuen den öffentlichen Auftritt, so zum Beispiel die Gruppe „Spielsucht”. In letzter Zeit seien auch Gruppen hinzugekommen, die sich mit der Angst vor dem sozialen Abstieg, Panikattacken, Arbeitslosigkeit und dem Therma „Mobbing” beschäftigen. So spiegelten die Gruppen oftmals gesellschaftliche Entwicklungen und Trends wider, auf die die Menschen reagierten.

Allen gemeinsam ist, dass sie ohne professionelle Leitung auskommen. Vielmehr bieten die Gruppen den Betroffenen die Möglichkeit zum Austausch. „Oftmals ist es schon wichtig zu wissen, dass man mit seinen Problemen nicht alleine dasteht”, erklärte die Sozialpädagogin. Dabei profitierten sie von dem Wissen und Verständnis der anderen Gruppenmitglieder.

Allerdings sei die Gruppe kein Allheilmittel, sondern „ein Mosaikstein” im Umgang mit dem problematischen Thema. Wichtig sei, dass das Selbsthilfepotenzial, über das jeder Mensch verfüge, geweckt werde. Das Selbsthilfe- und Freiwilligenzentrum im Kreis Heinsberg ist erreichbar unter 02452 / 156790.