Synode: Presbyter nur vier Jahre im Amt

Synode: Presbyter nur vier Jahre im Amt

Kreis Heinsberg. Klaus Eberl, Superintendent des Kirchenkreises Jülich und Pfarrer in Wassenberg, bleibt der Region „erhalten”.

Bei der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiB) wurde er nicht mit neuen Aufgaben betraut. Allerdings wurden bei der Versammlung neben der Wahl des neuen Präses Nikolaus Schneider und seiner Stellvertreterin Petra Bosse-Huber wichtige Entscheidungen getroffen.

Dass Präses Manfred Kock (65) im Frühjahr vorzeitig von seinem Amt als Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland zurücktritt, mag die wichtige inhaltliche Diskussion bei der Synode in Bad Neuenahr und die Entscheidungen zur Strukturreform ein wenig überlagert haben.

„Die Entscheidungen waren von dem Gedanken geleitet, dass die Gemeinden in ihrer Arbeit möglichst nicht eingeschränkt werden”, beruhigt Klaus Eberl, Superintendent des Kirchenkreises Jülich, die Gemeindemitglieder in der Region.

„Mit dem neuen Präses Nikolaus Schneider und seiner Stellvertreterin Petra Bosse-Huber haben wir zwei klasse Leute gefunden”, ist sich Eberl im Gespräch mit der AZ sicher. Dass Bosse-Huber bei der Abstimmung um den Posten des Präses nur um eine Stimme von Schneider übertroffen worden sei, „bedeute keine Niederlage für die Frauen”.

Die Theologin und Germanistin sei mit 43 Jahre „noch recht jung”, räumt Eberl ihr für die Zukunft bessere Aussichten auf diese hohe Funktion ein. Die Amtseinführung finde mit der Verabschiedung Kocks im April statt.

Die Synode hat sich aus Sicht des Superintendenten mit zwei wichtigen inhaltlichen Bereichen befasst - mit der neuen Kirchenordnung und der Strukturreform.

Eberl wirkte in der Kommission mit, die das „Grundgesetz der evangelischen Kirche” überarbeitete. Die nun verabschiedete Fassung wird Anfang 2004 in Kraft treten. Ein Kernpunkt ist die Stärkung des Ehrenamtes.

Erhielten die Freiwilligen bislang Auslagenersatz, soll in einzelnen Bereichen und Funktionen etwa auf Ebene der Landeskirche auch Lohnkostenausfall gezahlt werden, was die Freistellung durch Arbeitgeber erleichtert. „Wir benötigen die Fachkompetenz dieser Leute unbedingt”, begründet Eberl dieses Vorgehen. Zudem verstehe sich die Evangelische Kirche ohnehin nicht als „Pfarrerkirche”: „Wir leben von Priestertum aller Gläubigen.”

Eine weitere wichtige Änderung bezieht sich auf die Wahlzeit der Presbyter. Bislang wurde alle vier Jahre die Hälfte dieses Gremiums neu gewählt. Die Wahlperiode belief sich auf acht Jahre.

„Für so eine lange Zeit will sich heutzutage kaum noch jemand binden”, begründet Eberl dieses Vorgehen. Mit der Konfirmation wird künftig das Wahlrecht fürs Presbyterium verbunden sein, beschloss die Synode. Damit wolle man die jungen Gemeindemitglieder „aufwerten”. Wer als Pate fungiere, müsse auch das Wahlrecht ausüben dürfen.

Auch die Evangelische Kirche muss sparen. Sechs Millionen Euro aus den Zuweisungen der Kirchensteuer weniger standen zur Debatte. Dies sollte aber nicht auf Kosten der Gemeinden (Umlageerhöhung) gehen. Deshalb schnürt die Landeskirche den Gürtel enger, so der Superintendent.

Als ein Beispiel wird der Standort Mülheim/Ruhr (Evangelische Akademie) aufgegeben, die Aktivitäten nach Bad Godesberg zum Pädagogisch-Theologisches Institut verlagert.

Insgesamt werden rund 100 Mitarbeiter der Landeskirche betroffen sein. „Dies wird aber ohne Kündigungen und sozialverträglich in einem länger dauernden fließenden Prozess umgesetzt.” An zentralen Standorten sollen neue Arbeitsplätze oder umfassende Abfindungen angeboten werden.

Weiterhin will die Leitung auch in den Gemeinden frei werdende Stellen mit Mitarbeitern der Landeskirche neu besetzen - mit Zuschüssen.

Übrigens: Die Synode sprach sich gegen einen Irak-Krieg auch, selbst im Falle eines UN-Mandats.