Städteregion: Symptome von Gefäßerkrankungen werden oft verkannt

Städteregion : Symptome von Gefäßerkrankungen werden oft verkannt

Mit steigendem Alter der Menschen nimmt auch die Zahl der Gefäßerkrankungen zu. Fast jeder dritte Deutsche über 40 Jahre hat Durchblutungsstörungen, die unter anderem durch Verkalkungen in den Gefäßwänden (Arteriosklerose) hervorgerufen werden.

Vielen Betroffenen ist das gar nicht bewusst, denn diese Erkrankungen entwickeln sich meist still und leise, oder ihre Symptome wie Ermüdungs- oder Taubheitsgefühle werden auf andere Krankheiten zurückgeführt.

Am nächsten Donnerstag für unsere Leser am Telefon: Professor Michael Gawenda und Sigrun Rist. Foto: Fotostudio Strauch

So werden selbst schwere Schädigungen der Gefäße lange Zeit ignoriert, weil sie keine größeren Beschwerden verursachen. Im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen — Ärzte antworten“ informieren am Donnerstag, 9. November, Professor Michael Gawenda, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie, und Sigrun Rist, Leitende Oberärztin der Fachabteilung Angiologie vom Leitungsteam des Euregio-Gefäß-Zentrums Eschweiler über Diagnose, Therapie und den Umgang mit der arteriellen Verschlusserkrankung.

„Scheinbar harmlose Symptome wie Muskelkrämpfe, ein häufiges Kälteempfinden in Füßen und Beinen, aber auch Hautverfärbungen können Zeichen einer ernsten Gefäßerkrankung sein und sollten unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden“, rät Professor Gawenda. Doch seien sich viele Menschen der Gefahren, die von Gefäßerkrankungen ausgehen, nicht bewusst. Kommt es im schlimmsten Fall zu einem arteriellen Verschluss, werden der dahinterliegende Gefäßabschnitt und das eigentlich zu versorgende Gewebe nicht mehr durchblutet. Der nicht versorgte Beinabschnitt droht abzusterben. Im unbehandelten Fall kann eine Beinamputation notwendig werden.

Damit es nicht soweit kommt, ist es wichtig, dass Gefäßerkrankungen möglichst früh erkannt werden, etwa bei einer Vorsorgeuntersuchung. Den meisten Gefäßproblemen kann man schon mit einer nur wenige Minuten dauernden, schmerzlosen und ungefährlichen Ultraschalluntersuchung auf die Spur kommen.

Ob und wie früh sich Ablagerungen in den Gefäßen bilden, die sie verengen und schädigen, hängt auch vom Lebensstil ab. Risikofaktoren sind beispielsweise Rauchen, unbehandelter Bluthochdruck, falsche Ernährung und zu wenig Bewegung. „Auch Diabetes mellitus und Störungen des Fettstoffwechsels gelten als mitverantwortliche Faktoren für eine Verschlusskrankheit“, erläutert Oberärztin Sigrun Rist.

Liegt eine Gefäßerkrankung bereits vor, steht den Fachärzten eine ganze Bandbreite in der Diagnostik und Therapie akuter und chronischer Gefäßerkrankungen zur Verfügung — beispielsweise die moderne Hybrid-OP, in der Ursachenfindung und Behandlung in einem Schritt vorgenommen werden können. Ein verstopftes Gefäß kann so zum Beispiel punktgenau verortet und die Engstelle dann mit Hilfe bildgebender Diagnostik in Echtzeit durch einen Ballon oder Katheter wieder geöffnet werden.

Fragen rund um das Thema beantworten die beiden Experten am 9. November zwischen 16 und 18 Uhr. Die Telefonnummern, unter den sie zu erreichen sind, geben wir am Aktionstag bekannt.

(ath)