Erkelenz-Gerderhahn: „Süße Hexen” und viele Kamelle in Gerderhahn

Erkelenz-Gerderhahn : „Süße Hexen” und viele Kamelle in Gerderhahn

Kaum ein Karnevalszug in der Region kann sich rühmen, seinen „Erfinder” heute noch im Publikum begrüßen zu können. Mit dem stellvertretenden Bürgermeister Theo Clemens war der Initiator des närrischen Treibens in Gerderhahn anwesend, als um 14.11 Uhr der Startschuss für den letzten Umzug im Erkelenzer Land gegeben wurde.

Aus Wegberg, Golkrath, Matzerath, Gerderath und Hückelhoven waren sie gekommen, um noch einmal vor Aschermittwoch mit 13 Festwagen und sieben Fußgruppen richtig auf die Pauke zu hauen. Am Paulusweg nahmen sie Aufstellung, um sich zum letzten Defilee der Session auf den Weg zu machen.

Unter den Fußgruppen waren Teufel, Weihnachtsbäume, Matrosen und Schmetterlinge. Mit von der Partie waren auch die Gerderhahner Matrosen, Zauberer und Hexen. Musikalisch gaben die Golkrather Tröteköpp den Ton an, gefolgt von ihrem Kinderprinzenpaar im Cabrio. Von den Motivwagen herab warfen Cowboys, Piraten, Eskimos und die unvermeidlichen Borussenfans (Landjugend) mit Kamelle und anderen Wurfgeschossen auf die zahlreich an am Straßenrand wartenden Jecken. Dabei waren auch durchaus kritische Töne zu vernehmen.

So warnte eine Gruppe aus Gerderath davor, dass sich demnächst nur noch Reiche leisten könnten, Müll zu produzieren. Mit von der Partie waren auch die „Süßen Hexen” aus Wegberg und ebenfalls aus der Metropole des Nordic Walking die Brunsbecker Jecken, die nicht länger im Schatten ihrer Muttergemeinde stehen wollten. Die Gerderhahner Marketenderinnen hatten einen eigenen Wagen, von dem herab sie das wartende närrische Volk reichlich mit Süßen eindeckten.

Den Abschluss bildete der Festwagen der Prinzessin Lilia I. (Klingler), die unter anderem von ihren beiden Adjutanten Karl-Heinz und Fred Feiter und dem Schaufenberger „Berufskarnevalisten” Günter Sonnenschein begleitet wurde. Sonnenschein teilte er mit, dass er sein Versprechen des Vorjahres eingehalten hatte. Damals hatte er den Gerderhahnern nämlich versprochen, ein Jahr lang kein halbes Hähnchen zu essen, was er auch bis zu diesem Tage durchgehalten hatte. Denn Alaaf hin, Maak mött her - eingefleischte Karnevalisten halten Wort!