Kreis Düren: Studenten sehen die Menschen in einer Kugel

Kreis Düren : Studenten sehen die Menschen in einer Kugel

Seit Jahrhunderten buddelt der Mensch in der Erde, um an die Schätze zu kommen, die darin versteckt sind. Zurück bleiben oft riesige Löcher. Die angrenzenden Landwirte möchten das Loch wieder mit Erde verfüllt sehen, um die zurückgewonnenen Fläche wieder bewirtschaften zu können.

Für die dritte Möglichkeit sind im Fall des Restsees Inden nach Ende des Indener Tagebaus gegen viele Proteste die Würfel gefallen: In einigen Jahrzehnten wird Rurwasser in die Grube fließen. Das Loch wird zum See.

Auf dem „2. Indeland Forum” stellten im Kreishaus Prof. Dr. Christian L. Krause (RWTH Aachen) und Studenten (Gartenbaugestaltung), die an einem Wettbewerb für innovative Nutzung des Indesees teilgenommen hatten, etwa 170 Bürgern zehn Entwürfe vor. Ein 1. und zwei 2. Plätze sind nun im Foyer der Dürener Kreisverwaltung zu begutachten.

In etwa 30 Jahren werden die Spaziergänger und Wanderer entlang des „Indeschen Ozeans” staunen, wenn sie Fahrzeuge auf dem Wasser beobachten, die eigentlich so gar nicht dahin gehören. Eine Kugel (1. Platz) mit Menschen gefüllt, rollt über das Wasser.

Campingfreunde lassen sich in einem Campingwagen auf dem See schaukeln (Aquacamping 2. Platz). Andere Wasserfreunde verbringen ihre Freizeit in einer Seemuschel (2. Platz). Die Besucher waren voll des Lobes ob der vielen Ideen, die die Studenten für die Nutzung des Sees gefunden hatten.

Und gerade das war der Punkt, an dem Prof. Krause anknüpfte: „Wir machen jetzt die Arbeit für zukünftige Generationen. Deshalb müssen wir diese zukünftigen Akteure auch in unser Vorhaben anbinden.”

Hans Martin Steins, Geschäftsführer der Indeland GmbH, bezeichnete es als die Aufgabe der jetzigen Debatten, Visionen und Leitlinien zu entwickeln, wie das Leben in einigen Jahrzehnten nach Befüllung des Sees mit, in und auf dem Wasser aussehen könnte. Im Jahre 2040 soll der Zwischenfüllstand erreicht sein, die endgültige Befüllung lässt noch kein genaues Datum zu.

Die Bedenken der Bürger von Merken nehme man durchaus ernst, man sei mit allen Beteiligten im Gespräch, die Flächen, die für die Landwirtschaft wieder rekultiviert werden könnten, seien schon jahrzehntelang von den Bauern nicht genutzt worden. Der Verlust von 11.000 Hektar falle deshalb nicht ins Gewicht. Die verschiedenen Nutzungen des Sees werden weiter erörtert, um sie optimieren zu können.

Henk Vos (Euregionale) lobte die Gestaltungsmöglichkeiten, die der Indener Restsee der Bevölkerung und dem Tourismus verschaffe. Eine schnelle Planung, so die Forderung aller Beteiligten, ist notwendig. Zukünftige Investoren wollen Sicherheit, um Geld anlegen zu können.

Oliver Lühr, Prognos AG Düsseldorf, hält den Restsee Inden und seine innovative Gestaltung für eine wichtige „Säule der Zukunftsentwicklung”. In Zeiten des demografischen Wandels würden sich durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze auch einheimische junge Menschen dazu entschließen, vor Ort zu bleiben und nicht in der nächsten Stadt ihren Arbeitsplatz zu suchen. „Für die Zukunft der Gemeinde Merken ist der Restsee Inden ein großer Gewinn”, schloss Lühr seine Einschätzung.

Den 1. Preis, die Kugel, errangen Veysal Akyol, Kemal Umut Batirer und Annika Grafflage. Den 2. Preis, das Aquacamping-Mobil, kreierte Tim Engels. Ebenfalls auf Platz zwei die Seemuschel von Annette Corsten.