Kreis Heinsberg: Stimm- und klanggewaltiges Ensemble gestaltet Meisterkonzert der VHS

Kreis Heinsberg : Stimm- und klanggewaltiges Ensemble gestaltet Meisterkonzert der VHS

Der Bedeutung der Reformation für die Musik war das zweite Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule in dieser Saison in der Erkelenzer Stadthalle gewidmet. Gleichzeitig bildete es den kirchenmusikalischen Abschluss des Reformationsjahres.

So standen Werke von Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn und Carl Philipp Emanuel Bach unter Leitung des Dirigenten und musikalischen Leiters Reinhold Richter auf dem Programm.

Richter hatte wieder ein beachtliches Ensemble zusammengestellt, wobei er neben dem Erkelenzer Cornelius-Burgh-Chor auch auf den Kirchen- und Projektchor St. Helena aus Rheindahlen und das Kammerorchester Camerata Gladbach aus Mönchengladbach setzte. Unterstützt und ergänzt wurde dieses stimm- und klanggewaltige Ensemble von den Solisten Emiko Okayama (Sopran), Franziska Gottwald (Alt), Donát Havár (Tenor) und Jochen Kupfer (Bass).

Richter leitet den Kirchenchor St. Helena und übernahm vor drei Jahren auch den Cornelius-Burgh-Chor von seinem Vorgänger Norbert Brendt.

Zur Einführung erläuterte Richter die Bedeutung der Reformation für die musikalische Entwicklung in Deutschland. Zum „Schönsten und Besten, was die Reformation uns beschert hat“, gehöre sicherlich die Musik des lutherischen Deutschland. Nach der Reformation hätten sich Nord- und Mitteldeutschland zu „musikalisch blühenden Landschaften“ entwickelt. Schließlich bemühte er den großen Reformator selbst, denn Martin Luther habe Musik als „eine der schönsten und herrlichsten Gaben Gottes“ bezeichnet. Darüber ­hinaus sei er auch Inspirator gewesen, denn ohne Luthers theologische Impulse sei die Musik Bachs nicht denkbar gewesen.

Zur Eröffnung wurde Bachs Kantate „Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten“ aus dem Jahr 1714 gesungen und gespielt. Es folgte Haydns „Te Deum“, ein hymnisches Gotteslob, das in beiden Kirchen gleichermaßen seinen Platz hat und in allen Epochen der christlichen Kirchen hochgeschätzt wurde. Luther bezeichnete es als „drittes Glaubensbekenntnis“ und stellte es an die Seite des Apostolischen und des Nicänischen Credo. Er übersetzte seinen Text ins Deutsche und modifizierte dafür die reiche gregorianische Melodie des lateinischen Te Deum. Es gehört zu den gemeinsamen Bekenntnistexten der beiden großen Kirchen.

Nach der Pause eröffnete Carl Philipp Emanuel Bachs „Magnificat“ den zweiten Teil des Abends. Carl Philipp war der dritte Sohn Sebastian Bachs und erhielt seine musikalische Ausbildung vom Vater selbst. Das „Magnificat“ trägt als barocke Komposition auch klassische Züge. „Das Magnificat zeigt als Text des Neuen Testaments die schönste Verbindung des frühen Christentums zur Glaubenswelt der hebräischen Bibel, des Alten Testaments“, betonte Richter in seinen Ausführungen, die dem Publikum halfen, einen neuen Zugang zu den Stücken zu bekommen.

Dieses Meisterkonzert der Volkshochschule endete mit der Zugabe, für die die Sänger noch einmal den „Coro“ aus der Bach-Kantate „Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten“ vortrugen, mit der sie das Konzert bereits eröffnet hatten.

(hewi)