Selfkant-Höngen: Stillefeld als Ort der Ruhe und Besinnung

Selfkant-Höngen : Stillefeld als Ort der Ruhe und Besinnung

Geschäftsführer Marcel Ballas von der St.-Josef GmbH Alten- und Pflegeheime strahlte. Nicht nur, weil der Erweiterungsbau am Haus Biesen in Höngen eröffnet wurde und mit rund 700 Besuchern mehr als doppelt so viele wie erwartet kamen, sondern auch, weil in unmittelbarer Nähe ein Kunstobjekt der besonderen Art vorgestellt wurde.

Künstler Gerhard Mevissen aus Heinsberg fand in einer Waldlichtung am Haus Biesen den idealen Ort, um sinnsuchende, stillebedürftige und kunstsinnige Menschen anzulocken.

„Seit langem beschäftigt mich die Idee, an einem naturhaften Ort eine Lichtung für die Einkehr von stillesuchenden Menschen zu gestalten, eine Art Stillefeld. Diesen Ort habe ich Anfang 2007 hier in Höngen gefunden”, erklärte Gerhard Mevissen. Er nahm sogleich den Kontakt zu Geschäftsführer Marcel Ballas auf.

Dieser war begeistert von der Idee und sprach dem Künstler jede Unterstützung zu. Schließlich ist Mevissen anerkannte Künstler: Unter anderem erhielt er 2001 den Kunstpreis in Weimar.

„Ich habe immer wieder erlebt: An einem Ort der gestalteten Sinne können viele Menschen leichter die leidvolle und problematische Seite ihres Lebens mit Besinnung anschauen und ihr souveräner gegenübertreten. Oft erfahren sie so Tröstliches und Verständnisvolles mit sich selbst”, verdeutlichte Gerhard Mevissen seine Vision.

Das Stillefeld am Haus Biesen „pflanzte” er in eine bereits bestehende Waldlichtung, die in einem alten Eichenwald durch Sturm entstanden ist. Die Lichtung ist durch einen Waldweg mit Haus Biesen verbunden. Diese Installation ist als quadratisches Feld von 20 mal 20 Metern angelegt, auf dem eine Rasenfläche von 16 mal 16 Metern entstanden ist, die von einem 2 Meter breiten Wegesystem umschlossen wird.

Auf der Rasenfläche sind acht Betonsäulen (80 cm mal 80 cm mal 215 cm) aufgestellt - sieben stehende und eine liegend. Zu allen vier Seiten der Stelen werden verschiedene Reliefbilder aus lehmfarbenem Beton angebracht. „Beim Rundgang (mit vielen Sitzgelegenheiten) hat man jeweils verschiedene Blickwinkel zur Betrachtung”, sagt der der Künstler.

„Dieses Stillefeld ist keine Auftragsarbeit, sondern ein frei durch Spenden finanziertes Kunstprojekt. Es ist einzig auf eine erfolgreiche Kommunikation hin konzipiert”, betonte Mevissen. Alle Arbeiten (unter anderem Vermessung, Erdarbeiten) wurden durch Firmen gesponsert, die Pflege des Anlage ist langfristig durch St. Josef gesichert. Für 2009 plant Gerhard Mevissen nach endgültiger Fertigstellung, auch ein Kunstbuch über dieses Projekt zu erstellen. Weitere Einzelheiten gibt es unter http://www.stillespeicher.de.

Der große Andrang zum Tag der offenen Türe machte sich gleich bei der Anreise zu Haus Biesen mit zahlreichen geparkten Autos im Umfeld des Altenpflegeheimes bemerkbar. „Sehr viele Besucher aus den Nachbargemeinden schauten vorbei und holten sich Informationen. Das zeigt, dass wir mit unseren Konzepten der Alten- und Pflegeheime und auch der Tagespflegestätten auf dem richtigen Weg sind”, freute sich Volker Kratz von St. Josef über die große Resonanz.

Mit großem Interesse bewunderten die Gäste auch den fertiggestellten Erweiterungsbau. Acht wunderschöne und geräumige Zimmer bereichern nun den Wohnbereich für demente Heimbewohnerinnen und Bewohner. Darüber hinaus wurden einige Doppelzimmer renoviert.