Städteregion: Stifterpreis: Auch mit 94 stets im Einsatz für andere

Städteregion : Stifterpreis: Auch mit 94 stets im Einsatz für andere

„Man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.“ Das bekannte Brecht-Zitat gebrauchte Städteregionsrat Helmut Etschenberg während der Preisverleihung des „Stifterpreises ehrenamtliches Engagement 2015“.

Und es beschrieb gut, wofür diese Veranstaltung steht. Sie sollte diejenigen ins Licht stellen, die sich sonst im Hintergrund für eine bessere Gesellschaft engagieren. Dazu wurde der Preis der Stiftung unter dem Motto „Ehrenamt kennt kein Alter“ in vier Kategorien vergeben.

Etschenberg sprach den Preisträgern „Respekt, Anerkennung und großen Dank“ aus, da sie sich durch Leistungen auszeichneten, die man mit Geld niemals aufwiegen könne.

Wichtige Partner der Senioren

Der Städteregionsrat verlieh den Preis in der Kategorie „Gemeinsam engagiert“ an Elke Ethen und Siegfried ‚Sigi‘ Conrads von der Pfarre St. Barbara Breinig, die mit ihrem 27-köpfigen Team einen Seniorentreff organisieren. So sorgen sie dafür, dass wöchentlich über 100 ältere Menschen einen Ort der Begegnung haben, an dem gemeinsam gesungen, gespielt und gelacht wird.

Der Preis in der Kategorie „Eine überzeugende Idee“ wurde von Hubert Herpers, Vizevorsitzender des Stiftungsvorstandes und Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen, vergeben. Er hob hervor, dass auch und gerade der Sport ohne Ehrenamt nicht denkbar wäre.

Der Preisträger Hubert Bürschgens habe mit seiner Geschichte eine beachtenswerte Leistung erbracht, nachdem er bei einem Unfall schwer verletzt wurde und den Sport danach dennoch nie aufgegeben habe. Heute ist Bürschgens Sportabzeichen-Obmann des Regiosportbundes — und hat in seinem Leben schon über 85.000 Sportabzeichenprüfungen begleitet.

In der Kategorie „Einsatz für die gute Sache“ ging der Preis an Axel Böhmler von Home Care Aachen. Seine Kolleginnen beschrieben ihn als die gute Seele des Teams, die einfach Gold wert sei. Laudatorin Ulla Thönnissen, Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, betonte, dass „solche Menschen Anerkennung verdient haben, die über anerkennende Worte hinausgeht“. Sie freue sich über Ehrenamtler wie Böhmler, die ihrerseits nicht lange redeten, sondern einfach anpackten, wenn Not am Mann sei.

Der Mann der Stunde war bei dieser Verleihung jedoch Wolfgang Jöhlinger, der mit dem Sonderpreis geehrt wurde. Der 94-Jährige aus Würselen ist bereits seit dem Jahr 1937 Mitglied beim Deutschen Roten Kreuz und erfüllte dort während der vergangenen Jahrzehnte vielfältige Aufgaben. Bis heute engagiert er sich ehrenamtlich.

Dieter Wolf, Gründungsvorsitzender des Stiftungskuratoriums, traf also den Nagel auf den Kopf, als er sagte: „Wolfgang Jöhlinger — ein Leben für das Ehrenamt“. Der stolze Senior nahm die Auszeichnung unter lang anhaltendem Applaus entgegen.

Ein ganz besonderer Tag war es denn auch für Theo Steinröx, den seit vielen Jahren ehrenamtlich tätigen Ehrenamtsbeauftragten der Städteregion. Auch er freute sich über so viel Engagement und Hilfsbereitschaft. „Ehrenamt ist unverzichtbar und unfassbar wertvoll für die Gesellschaft, es bereichert uns in vielfältiger Weise“, fasste der frühere Monschauer Bürgermeister zusammen.