Kreis Heinsberg: Standesämter zum 08.08.08 fast ausgebucht

Kreis Heinsberg : Standesämter zum 08.08.08 fast ausgebucht

Der 08.08.08 rückt näher, und die meisten Standesämter sind für diesen Tag der runden Zahlen ausgebucht. Denn auch hierzulande ist eine Schnapszahl auf dem Trauschein heiß begehrt. Noch größer als am 7. Juli des Vorjahres ist die Zahl der Eheschließungen, die am Freitag, dem 8. August, offiziell mit dem Ja-Wort und der Ausfertigung der Heiratsurkunden besiegelt werden.

Noch größer als am 7. Juli des Vorjahres ist die Zahl der Eheschließungen, die am Freitag, dem 8. August, offiziell mit dem Ja-Wort und der Ausfertigung der Heiratsurkunden besiegelt werden. Doch nicht nur für den Termin zum viel zitierten „schönsten Tag des Lebens” wünschen sich immer mehr Brautpaare eine ganz besondere „Duftnote”: Manchmal verlegen die Standesbeamten an diesem Tag deshalb ihren Arbeitsplatz aus den Rathäusern in andere beliebte Traustätten.

So ist in der Stadt Wassenberg das Ambiente der Wingertsmühle eine beliebte Adresse für den Start in die gemeinsame Zukunft. Wie Standesbeamtin Gaby Langenheinecke berichtet, finden dort am 8.8. gleich zwei der fünf Trauungen statt. Die Vorzüge des historischen Denkmals mit Symbolcharakter werden auch durch die Lage inmitten des Waldes und durch die unmittelbare Nachbarschaft zur gehobenen Gastronomie bereichert. Außerdem ist unmittelbar vor dem Eingang genügend Platz für die Schar der Gratulanten und das Feiern nach den Unterschriften und dem Austausch der Ringe. So kann eine größere Zahl von Hochzeitsgästen gratulieren und ihre Glücksbringer, Bollerwagen und Sektbars mitbringen und Erinnerungsfotos schießen.

Platz genug dafür gibt es auch auf dem Rathausvorplatz in Heinsberg mit Blick auf den Selfkantdom. Für Mitglieder von Reitvereinen sind dort hin und wieder festlich geschmückte Pferde mit ihren Reitern oder noble Cabrio-Oldtimer zu sehen, die auf das Hochzeitspaar warten. „Am 8.8. wird es vor dem Rathaus sicher voll werden”, erklärt Standesbeamter Thomas Franken, dass bisher zehn Trauungen angemeldet seien und eventuell noch zwei hinzukämen. Trotz der ungewöhnlichen Zahl der Trauungen ist für einen dem Anlass entsprechenden würdigen Rahmen gesorgt. Denn Franken bekommt an diesem Tag Verstärkung von zwei weiteren Beamten.

Dafür sorgt auch der Erkelenzer Standesbeamte und Sachgebietsleiter Wolfgang Scheerers mit seiner Kollegin Daniela Koep. Das Standesamt mit seinem Trauzimmer befindet sich im historischen „Haus Spiess” am Franziskanerplatz, wo am 8.8. ein Dutzend Trauungen zelebriert werden. „Wir werden trotzdem genügend Zeit für die Brautpaare und deren Angehörige haben, für die dieser Tag schließlich etwas ganz Besonderes ist. Wir hoffen, dass das Wetter mitspielt”, erwartet Wolfgang Scheerers schließlich auch eine große Zahl von Gratulanten vor und in der Parkanlage von Haus Spiess.

„Die Grünanlage ist ein beliebter Schauplatz für die wartenden Gäste, den Blümchen- und Konfettiregen, Sektumtrunk und die beliebten Souvenirfotos. Scheerers empfiehlt allen, rechtzeitig anzureisen, um sich einen Parkplatz zu sichern, pünktlich dazusein und bei den angekündigten Terminen den etwa 30-minütigen Zeit-Rhythmus der einzelnen Trauungen mit einzuplanen. Jedenfalls freuen sich Wolfgang Scheerers und Daniela Koep auf eine große Hochzeitsgesellschaft am 8.8. Allen, die das Amt an diesem Tag wegen eines traurigen Anlasses besuchen müssen, bittet er um Verständnis, dass es für den laufenden Publikumsverkehr geschlossen ist und ausnahmsweise für die Beurkundung von Sterbefällen nur von 12 bis 13 Uhr besetzt ist.

Auch das Wegberger Standesamt ist mit einem Dutzend Brautpaaren „ausverkauft”. Für sie ist der Tag nicht nur vom Datum her etwas besonderes. Denn es sind die letzten Hochzeiten im Nebengebäude der Burg Wegberg, wo somit eine langjährige Tradition zu Ende geht. Aus räumlichen Gründen zieht das Standesamt Mitte August in das alte Kloster gegenüber dem Rathaus um.

Ebenso viel Betriebsamkeit wird in Hückelhoven-Ratheim herrschen. Dort wird Standesbeamter Ludwig Stumm mit einer weiteren Beamtin elf Brautpaare im alten Rathaus empfangen und trauen. Eine Ausnahme beim Andrang Heiratswilliger macht die westlichste Gemeinde Deutschlands, der Selfkant. Dort nutzt nur ein zukünftiges Ehepaar das historische Ensemble der Propstei mit der angrenzenden Zehntscheune und dem Trauzimmer mit antiker Einrichtung und rustikalem Charme.

Nach Überzeugung des Standesbeamten Hubert Führmann liegt dies jedoch nicht an der geringeren Einwohnerzahl der Gemeinde, sondern an der allgemein zu verzeichnenden rückgängigen Heiratswilligkeit junger Leute. „Immer mehr wollen erstmal längere Zeit ohne Trauschein zusammenleben oder bevorzugen somit etwas wie eine Ehe auf Probe”, sieht Führmann als Grund auch die bürokratischen und wirtschaftlichen Folgen einer Trennung nach einer standesamtlichen Bindung. Aber darüber wollen jetzt bestimmt alle nicht weiter lesen, die sich auf ihren Hochzeitstermin am 08.08.08 freuen...