Städteregion: Städteregion will Kulturförderung ändern

Städteregion : Städteregion will Kulturförderung ändern

Entschieden ist noch nichts, das wird erst im Laufe der Haushaltsberatungen geschehen. Aber die Diskussion im städteregionalen Kulturausschuss ließ durchaus erkennen, in welche Richtung die Politik mehrheitlich tendiert: für die Streichung der bisherigen Förderung des Aachener September Specials und des Monschau Festivals von jeweils 25.000 Euro und für die Kürzung des Zuschusses für die Chorbiennale in Aachen um 10.000 auf dann 15.000 Euro.

Diese Kürzungen sind im Kontext des Struktur- und Sparkonzeptes zu sehen, das Städteregionsrat Helmut Etschenberg im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht hat. Die Städteregion investiere „erhebliche Mittel in Veranstaltungen Dritter“, heißt es da in Vorschlag 23. Es solle „eine Konzentration auf die erfolgreichen städteregionalen Formate KuK und Kulturfestival erfolgen“. Wie die Kulturförderung in Zeiten des Sparzwangs aussehen kann und welchen Leitlinien sie folgen sollte, hat Nina Mika-Helfmeier, Leiterin der Stabsstelle Kultur, konzeptionell erarbeitet. Ihr zentrales Anliegen ist, möglichst vielen Menschen in der Städteregion Zugang zu kulturellen Ereignissen zu ermöglichen und Interesse für Kunst und Kultur zu wecken.

In Zeiten knapper Finanzmittel spielt für sie auch die Frage der Gerechtigkeit eine Rolle. „Für die drei Veranstaltungen in Aachen und Monschau hat die Städteregion bisher 75 000 Euro im Jahr zur Verfügung gestellt, für 15 Veranstaltungen in zehn Kommunen im Rahmen des „Kulturfestivals X“ insgesamt 80.000 Euro. Halten Sie das für gerecht? Ich nicht“, betonte sie im Kulturausschuss.

Während es bei der Chorbiennale eine enge Zusammenarbeit mit den Organisatoren gebe, sei es beim September Special nicht gelungen, inhaltlich mitreden zu können. Außerdem: „Auch in Alsdorf, Eschweiler, Stolberg, Herzogenrath und Würselen gibt es gute kulturelle Veranstaltungen, aber die fördern wir nicht“, gab Mika-Helfmeier zu bedenken. „Wenn wir das Geld hätten, würde ich gerne alle Veranstaltungen unterstützen.“

Dezernent Markus Terodde stellte klar, dass sich die Kürzungsvorschläge nicht gegen Aachen und Monschau richten. Es gehe darum, ehrenamtliches Engagement wie bei der Chorbiennale zu fördern, und um die Ausstrahlung in die Region. Das unterstrich auch Karin Schmitt-Promny von den Grünen: „Kultur in die Breite zu bringen, ist der entscheidende Aspekt.“ Und das gelingt laut Georg Helg (FDP) geradezu mustergültig mit dem städteregionalen „Kulturfestival X“.

Zwischen 15.000 und 22.000 Besucher lockt das Festival alljährlich zu den Veranstaltungen in allen zehn Kommunen. Die Eintrittspreise werden bewusst niedrig gehalten, damit auch Menschen, die wenig Geld haben, die Chance haben, hochkarätige Künstler an zum Teil ungewöhnlichen Orten zu erleben. Gar kostenlos ist der Zugang zu den Ausstellungen im KuK, das sich mehr und mehr dem Schwerpunkt Fotografie zuwendet. Die Besucherzahl ist inzwischen auf mehr als 35.000 im Jahr gestiegen, und die kommen nicht nur aus der näheren Umgebung, so Mika-Helfmeier. Auf das Kulturfestival und das KuK, aber auch auf die Förderung von Kulturschaffenden in der Städteregion durch Seminare, Stipendien, Aufbau von Netzwerken unter Einbeziehung der Wirtschaft soll sich die Städteregion konzentrieren.

Beraten und verabschieden wird die Politik das Konzept zur Neuausrichtung der Kulturförderung vermutlich im Dezember.