Erkelenz: Stadttor für kurkölsche Truppen kein Hindernis

Erkelenz : Stadttor für kurkölsche Truppen kein Hindernis

Jetzt sind sie wieder vereint. Zwar nicht in voller Pracht und vor allem nicht in ihrer stattlichen Größe, wie sie einstmals die Stadt nicht nur zierten, sondern auch schützten, dafür weisen nun aber Hinweisschilder auf ihre „Existenz” hin.

Gemeint sind die ehemaligen Stadttore von Erkelenz, das laut einer alten Chronik im Mittelalter ein überaus befestigtes Städtchen war.

Von diesem befestigten Städtchen gibt es bekanntlich in der Innenstadt neben dem Alten Rathaus, den Resten der Stadtmauer und Haus Spiess auch noch Reste vom Kölner Tor zu bewundern. Alles durchaus Attraktionen, die einen Rundgang durch die ehemalige Festungs- und Handelsstadt lohnenswert machen.

Auf Reste des Kölner Tores stieß die Stadt bei Straßenarbeiten. Seitdem ziert ein Mauerrest samt Informationstafel nahe der Bushaltestelle „Kölner Tor” die Innenstadt. Kurz darauf folgte eine Hinweistafel an der Aachener Straße mit Hinblick auf das Maartor, Tafeln für das Brück- und das Roermonder Tor sollten folgen.

Jetzt sind sie da. Anlässlich der Eröffnung des Lambertusmarktes wurden die beiden noch fehlenden Hinweistafeln der Öffentlichkeit übergeben, die nun das „Pflaster” vor der Gaststätte „Zur Burg” mit Hinweis auf das Roermonder Tor und vor der Bäckerei Lütterforst mit Hinweis auf das Brücktor zieren.

Das Roermonder oder auch Oerather Tor genannt, stand noch vor 200 Jahren als eines der vier ehemaligen Stadttore von Erkelenz im heutigen Kreuzungsbereich der Roermonder Straße und der Westpromenade. Das Roermonder Tor wurde 1420 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Durch die Errichtung eines Vortores im Jahr 1454 wurde das in Backsteinbauweise ausgeführte Haupttor zur geschlossenen Torburg umgestaltet, die über 30 Meter in den Bereich von Grachten und Wall hinausragte.

Die letzte und stärkste Ausbaustufe der Stadtfestung erfolgte nach 1500, als Herzog Karl von Egmont als neuer Geldrischer Landesherr Tore, Mauern und Burg verstärken ließ.

1674 - nach der Eroberung der Stadt durch französische und kurkölnische Truppen - wurde das „Oeraderpfortz” gesprengt. Danach nur teilweise wieder aufgebaut und etwa 150 Jahre als einfaches Stadttor genutzt, wurde es 1818 endgültig abgebrochen.

Unter der Brückstraße, unweit der Tafel, ruhen im Boden auch heute noch die Fundamente des einst mächtigen Brücktores. Zwei Brücken, die den inneren und äußeren Stadtgraben überspannten, gaben der Toranlage bereits im Mittelalter ihren Namen.

Noch heute erinnert die Bezeichnung „Brückstraße” an das stärkste und mit über 40 Metern Gesamtlänge größte Erkelenzer Stadttor.

Durch die Vorpforte gelangten die Menschen damals durch den Zwinger, der zwischen den Gräben angelegt war, zum Haupttor. Der Torturm wurde 1355 erbaut, teilweise unter Wiederverwendung von Baumaterial aus der geschleiften Raubritterburg Gripekoven bei Wegberg.

Die Stadtchronik erwähnt einen Neubau des Brücktores im Jahr 1526. Für die darauf folgenden etwa 300 Jahre spielte es - teilweise bereits in einem desolaten Zustand - eine unbedeutende Rolle in der Stadtgeschichte. Um 1818 wurde es zusammen mit dem größten Teil der Stadtmauer abgebrochen.