Hückelhoven: Stadt investiert, um Wirtschaft zu stützen

Hückelhoven : Stadt investiert, um Wirtschaft zu stützen

Wenn weltweit Banken der globalen Finanzkrise zum Opfer fallen, die Menschen das Vertrauen in das Finanzsystem verlieren, ist es auch für den Kämmerer einer niederrheinischen Kleinstadt nicht einfach, für sein Gemeinwesen einen Haushalt aufzustellen, nach dem in den kommenden zwölf Monaten verlässlich gewirtschaftet und gearbeitet werden kann.

„Welche Auswirkungen die Krise auf die reale Wirtschaft haben wird, lässt sich heute sicherlich noch nicht exakt beurteilen”, sagte Hückelhovens „Finanzminister” Helmut Holländer folgerichtig, als er dem Rat am Mittwochabend den Haushaltsplan 2009 vorlegte.

Die Wirtschaft, davon geht Holländer sicher aus, wird im kommenden Jahr nicht in dem Maße wachsen, wie man das noch vor einigen Wochen annehmen durfte. Folglich werden auch die Steuereinnahmen sinken. Ist also der Finanzplan für das Jahr 2009, den er den Stadtverordneten erst zur Beratung und dann zur Verabschiedung vorgelegt hat, schon heute Makulatur? Nein, sagt Holländer. Und warum nicht? „Weil nach aller Erfahrung konjunkturelle Veränderungen sich auf kommunale Haushalte immer erst später auswirken.”

Diese Folgen des konjunkturellen Einbruchs, so Holländer, werde man in Hückelhoven in den Jahren 2010 bis 2012 zu spüren bekommen. Wenn deshalb die Aussichten auch nicht rosig sind, beim Rückblick auf das fast vergangene Haushaltsjahr 2008 klingt deutlich Stolz mit durch, wenn der Kämmerer feststellt: „Wir gehen heute davon aus, dass am Ende diesen Jahres ein Gewinn in der Ergebnisrechnung von mindestens einer Million Euro ausgewiesen werden kann.” Eingeplant war ein Verlust von 457000 Euro.

Was hat das für Folgen? „Die geplante Nettoneuverschuldung von 1,783 Millionen Euro wird nicht eintreten.” Im Gegenteil, so Holländer, „es gelingt uns in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2002, uns zu entschulden.” Des Kämmerers Fazit für das laufende Haushaltsjahr überrascht denn nicht: „Das Jahr 2008 wird für den Haushalt der Stadt ein gutes Jahr.”

Die trüben Aussichten schrecken den Hückelhovener Kämmerer offenbar nicht: „Wegen der dunklen Wolken, die derzeit am Konjunkturhimmel aufziehen, sieht der Haushaltsentwurf 2009 bei den Investitionen keine Kürzungen vor.” Wenn man im kommenden Jahr insgesamt 10,205 Millionen Euro investiert und auch die Aufwendungen für die Unterhaltung des städtischen Vermögens auf über 2,2 Millionen Euro erhöht, dann, so Holländer, seien das Maßnahmen, die Impulse zur Stützung der heimischen Wirtschaft, ganz besonders der Bauwirtschaft bedeuteten.