Erkelenz: Stadt beschließt neues Einzelhandels- und Zentrenkonzept

Erkelenz : Stadt beschließt neues Einzelhandels- und Zentrenkonzept

Die größten Konkurrenzstandorte für den Einzelhandel in Erkelenz sind Mönchengladbach, Hückelhoven und Aachen. Begründet wird diese Konkurrenz mit den großflächigen Unterhaltungselektronik- und Möbelmärkten, weswegen Kaufkraft aus Erkelenz in diese Standorte abfließt.

Aber auch auf dem Bekleidungssektor sowie im Bereich Nahrungs- und Genussmittel decken sich Erkelenzer in der Nachbarschaft ein. Das bliebe nicht aus, so Bürgermeister Peter Jansen: „Ich kann doch keinem, der zur Arbeit nach Aachen oder Mönchengladbach fährt, verbieten, an seinem Arbeitsplatz auch einzukaufen.”

Die Erkenntnis über die größten Konkurrenzstandorte ist ein Ergebnis des Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Erkelenz, das von einem Dortmunder Institut für Stadtforschung entwickelt und bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung im Rathaus vorgestellt wurde.

Dennoch ist unter dem Strich das Ergebnis des Konzepts ermutigend. Vom Kaufkraftpotenzial von rund 238 Millionen Euro bleiben rund 191 Millionen in der Stadt Erkelenz. Der 81-prozentige Anteil soll dank des Konzeptes ausgebaut werden.

Momentan verfügt Erkelenz über eine Gesamtverkaufsfläche von rund 74.000 Quadratmetern und hat drei Einzelhandelsschwerpunkte im Bereich der Innenstadt (15.350), im Gewerbegebiet West (21.000) und im Gewerbegebiet Süd (14.800 Quadratmeter). Hinzu kommen die „solitären Grund- und Nahversorgungsstandorte” in Gerderath, Lövenich, Erkelenz-Nord und demnächst Kückhoven.

An all diesen Standorten will das Konzept nicht rütteln. Ebenso soll auch der geringe Einzelhandel in den kleinen Ortschaften nicht verboten werden. Das Konzept soll darauf hinarbeiten, vornehmlich die Innenstadt als zentralen Bereich mit wachsender Bedeutung zu fördern. Bereits jetzt schon ist fast die Hälfte aller Einzelhandelsbetriebe in dem Kernstadtbereich zwischen Rathaus, Burg, Bahnhof und Aachener Straße angesiedelt.

Dort sollen auch in den nächsten 20 Jahren „absatzwirtschaftliche Entwicklungsspielräume” entstehen. Dabei soll nach einer „Erkelenzer Sortimentsliste” verfahren werden, auf der zum einen das zentrenrelevante Sortiment definiert wird und zum anderen das nichtzentrenrelevante. Campingartikel, zoologischer Bedarf oder Erotikartikel etwa sind nicht zentrenrelevant, hingegen aber beispielsweise Lebensmittel, Bekleidung, Schuhe oder Uhren.

Niederschlag finden wird das Konzept nach seiner Verabschiedung im Stadtrat in der Bauplanung. Ein neuer Supermarkt „auf einer grünen Wiese” ist dann nicht mehr möglich, wohl aber eine Buchhandlung in der City.