Selfkant-Saeffelen: „St. Luzia” singt seit 160 Jahren zur Ehre Gottes

Selfkant-Saeffelen : „St. Luzia” singt seit 160 Jahren zur Ehre Gottes

Der Pfarrcäcilienchor „St. Luzia” Saeffelen blickt in diesem Jahr auf sein 160-jähriges Bestehen zurück. Er zählt somit zu den ältesten Chören in der hiesigen Region.

Dieses Jubiläum soll als dreitägiges Fest mit befreundeten Chören und der Saeffelener Dorfbevölkerung gebührend vom 4. bis 6. Juni gefeiert werden. Die Umstände der Chorgründung 1844 sowie die Jahresprotokolle bis 1941 sind in einer Chorchronik festgehalten.

In diesem Dokument ist als erste Eintragung zu lesen: „Als der Hochwürdige Herr Leonard Joseph Lauffs am 1. Januar des Jahres 1843 die hiesige Pfarrstelle antrat und den Kirchengesang daselbst bloß durch zwei bis drei Mann ausgeführt vorfand, erkannte derselbe es als seine Pflicht, mit aller Kraft, unter Zuziehung von Männern, Knaben und Mädchen, für einen besseren Gesang zu wirken.”

Aus Aachen

Innerhalb kurzer Zeit gelang es dem aus Aachen stammenden Pfarrer, in Saeffelen die Lust und Liebe zum Chorgesang zu wecken, und bereits ein Jahr später - also 1844 - konnte der neue Kirchenchor Kirchenlieder und sogar lateinische Messgesänge zwei- und dreistimmig darbieten. Als ersten Dirigenten erwähnt die Chronik den Dorfschulmeister Joseph Schütt.

Eine erste Bewährungsprobe hatte der Chor zu bestehen, als sein Gründer und Förderer Pfarrer Lauffs im Jahre 1876 starb und die vakante Pfarrstelle wegen des Kulturkampfes, der damals zwischen der preußischen Regierung unter Bismarck und der katholischen Kirche tobte, elf Jahre lang unbesetzt blieb. Beim Chor bestand in dieser Zeit die Gefahr des Niederganges und der Auflösung, wie in der Chronik zu lesen ist.

„Gedenk-Blatt”

Ein besonderes „Gedenk-Blatt” ist dem 50. Stiftungsfest gewidmet, das man zusammen mit dem traditionellen Rosenkranzfest am 8. Oktober 1894 feierlich beging. Von 1888 bis zum 1. Weltkrieg (1914) war Matthias Brandts Chorleiter und Organist. Ihm folgten sein Neffe Peter Brandts und später dessen Bruder Johann Brandts.

1928 übernahm Josef von Cleef die Leitung des Chores, während Johann Brandts weiterhin Organist blieb. Seit 1937 gab es zwei Chöre; und zwar einen Mädchenchor, der von Josef von Cleef geleitet wurde, und einen Männerchor unter dem Dirigenten Josef Mobers. Vor allem der Männerchor kam in den bald folgenden Kriegsjahren immer mehr zum Erliegen, da die meisten Mitglieder als Soldaten im Krieg waren.

Unmittelbar nach Kriegsende startete man als gemischter Chor unter der Leitung von Josef Mobers einen Neubeginn. Als Organist war bereits seit 1936 Christian Mobers tätig. Unter dem bewährten Brudergespann „Muebesch Joof un Chrischke” entwickelte sich sehr bald eine rege Chortätigkeit, was sich unter anderem auch in einer ständig steigenden Mitgliederzahl ausdrückte.

Als 1962 die neue Orgel in Saeffelen eingeweiht wurde, zählte man 50 Sängerinnen und Sänger. Berühmte Chorwerke wie das „Halleluja” aus Händels „Messias” gehörten zum Repertoire. Im Jahre 1978 übernahm Karl Mobers das Dirigentenamt von seinem Onkel und bildete mit seinem Vater Christian an der Orgel den musikalischen Führungsstab. Christian Mobers war auch 1. Vorsitzender sein Tod im Jahre 2002 war ein schmerzlicher Verlust für die Kirchenmusik in Saeffelen. Neuer 1. Vorsitzender ist Leo Mobers.

War der Chor über weite Phasen seiner 160-jährigen Geschichte ein reiner Männerchor, so hat man heute ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen- und Männerstimmen unter den 30 Mitgliedern, wobei das weibliche Element leicht überwiegt. Auch die Vorstandsarbeit ist zum großen Teil „Frauensache”. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Chorfest unter weiblicher Schirmherrschaft gefeiert wird.

Wie schon beim letzten Jubiläum ist Annemarie Beckers Schirmherrin.