Jülich: St. Elisabeth „hat kein qualifiziertes Personal”

Jülich : St. Elisabeth „hat kein qualifiziertes Personal”

„Der Kreis soll sich lieber um sein Straßennetz kümmern und jetzt nicht einen auf Gesundheitswesen machen.” Die Aussage eines Mitarbeiters im Jülicher St. Elisabeth-Krankenhaus gibt die Stimmung wieder, die zur Zeit bei den rund 320 Beschäftigten herrscht.

Die Belegschaft wartet darauf, dass sich der Kreistag offiziell zur Übernahme erklärt und dem bereits zwischen Malteserorden und Caritas Trägergesellschaft West (ctw) unterzeichneten Notarvertrag zustimmt.

Doch um den gibt es nun eine Art von Wortklauberei zwischen den Beteiligten. Dazu zählt sich auch das Krankenhaus Düren.

„Es geht um Überlegungen, wie man so schnell wie möglich den Standort Jülich sichern kann. Und es geht um das Angebot der Zusammenarbeit.” So ließ sich Uwe Stelling als Geschäftsführer der Dürener Klinik zitieren, als in der Öffentlichkeit bekannt wurde, dass das Dürener Haus ebenfalls am Standort Jülich Interesse zeigt.

Doch das ist wohl nur die halbe Wahrheit. Der Redaktion liegt ein Auszug des Protokolls einer Aufsichtsratssitzung des Dürener Krankenhauses vom 14. Juni vor, wo unter anderem auch von großem Personalüberhang in Jülich die Rede ist.

„Das Krankenhaus Jülich ist durch eine wirtschaftlich schwierige Lage gekennzeichnet. Das Krankenhaus ist überschuldet, und die Patientenströme sind stark rückläufig”, heißt es in dem Protokoll.

In diesem werden auch die vermeintlichen Gründe für die Misere genannt. Ursächlich sei, dass das Krankenhaus als kleines Haus der Grundversorgung allein agieren müsse und dadurch „kein qualifiziertes Personal gewonnen werden konnte”.

Die Protokollierung des Aufsichtsrates endet mit der Feststellung, dass es in Jülich „einen personellen Überhang von circa 35 Prozent gibt” und „Leistungsprozesse durch hohe Kostenstrukturen gekennzeichnet sind”.

Der „Personalüberhang” wurde wohl anhand der Belegungszahlen errechnet. Die werden quartalsmäßig veröffentlicht. Kennt man die Personalstärke, ist für Kenner der Materie schnell ein Verhältnis zwischen Patient und Pflegekraft ermittelt.

„Alle an dem Verfahren Beteiligten sollten eine zügige Übertragung an die ctw unterstützen, um die Verunsicherung zu beenden”, heißt es von Seiten der Mitarbeiter-Vertretung des Jülicher Krankenhauses.

Dass knapp zwei Wochen nach der Aufsichtsratssitzung Landrat Spelthahn die Malteser in Person von Karl zu Löwenstein zu einem erneuten Treffen einlud, macht vielleicht den „Sinneswandel” deutlich, von dem zu Löwenstein jüngst gesprochen hat.

„Bei diesem Termin wurde uns mitgeteilt, dass sich der Kreis (Anm. d. Red. hinsichtlich der Übertragung des Krankenhauses an die ctw) noch nicht festgelegt habe.”

Sozusagen eine Zurücknahme einer Zusage im Schreiben vom 18. Januar 2009. Zu Löwenstein: „Da wurde uns vom Kreis eine Verzichtserklärung auf Rückübertragung in Aussicht gestellt.”

So steht Aussage gegen Aussage, denn Spelthahn stellt heraus, dass die Verzögerung zur Zustimmung einzig dem Verhalten der Malteser zuzuschreiben sei.

„Hätte sich der Orden zum frühstmöglichen Zeitpunkt mit uns in Verbindung gesetzt, wäre die Sache längst über die Bühne.” Zu Löwenstein hält dem ein Schreiben an den Kreis vom 5. Januar 2009 entgegen.

In dem bat Geschäftsführer Wolfgang Brauers um Nachricht, was der Kreis vom Malteserorden benötigt, um ein reibungsloses Übertragungsverfahren an die ctw zu ermöglichen.