Sprecher reagierte in Unkenntnis

Sprecher reagierte in Unkenntnis

Erkelenz (an-o) - Die Bündnisgrüne Bundestagsabgeordnete Christa Nickels weist die Unterstellung, sie verbreite gezielte Falschmeldungen scharf zurück. Jobst Rüthers, Pressesprecher des Bischöflichen Generalvikariats hatte das der Geilenkirchener Politikerin vorgeworfen.

Zur Erinnerung: Christa Nickels hatte Anfang der Woche in einer Pressemitteilung erklärt, der Aachener Diözesanbischof Heinrich Mussinghoff habe einen Nachfolger für Pfarrer Ulrich Lühring, der unter anderem die im geplanten Braunkohlenabbaugebiet Garzweiler II liegenden Pfarrgemeinden Holzweiler, Immerath, Keyenberg, Kuckum und Borschemich viele Jahre lang betreut hatte, gefunden. Dies habe ihr, so Nickels am Montag gegenüber den "Nachrichten", der Bischof in einem Schreiben vom 6. Juli mitgeteilt. Dieser Brief sei am 12. Juli in ihrem Berliner Büro eingegangen.

Diözesan-Pressesprecher Jobst Rüthers reagierte am Dienstag auf die Nickels-Information in äußerst scharfer Form. Sie sei falsch. Rüthers, der Christa Nickels in diesem Zusammenhang "Wahlkampfgetöse" vorwarf, wörtlich: "Der Brief des Bischofs an Frau Nickels ist zwei Monate alt und informierte darüber, dass bereits seit Ende Mai die Seelsorge in den genannten Gemeinden neu geregelt wurde."

Telefongespräch

Der Brief des Bischofs an Frau Nickels, datiert vom 6. Juli 2002, liegt den "Nachrichten" nunmehr im Wortlauf vor. Heinrich Mussighoff schreibt darin wörtlich: "Ich kann Ihnen mitteilen, dass wir einen Nachfolger und ein entsprechendes Pastoralteam gefunden haben, das in kürze dort (Anmerk. d. Red.: in den aufgeführten Ortschaften) tätig werden wird."

Am späten Dienstag Nachmittag haben Christa Nickels und Jobst Rüthers miteinander telefoniert. In diesem Gespräch habe Rüthers, so Nickels, ihr gegenüber zugeben, dass er seine in den "Nachrichten" veröffentlichte Stellungnahme "in Unkenntnis des Originalschreibens an mich" abgegeben habe. Nickels weiter: "Herr Rüthers hat vor Abgabe der Pressemeldung mit mir, die ich den Sachverhalt hätte aufklären können, keine Rücksprache gehalten."

Die Abgeordnete in ihrer Klarstellung weiter: "Ich habe keine Grund, die Informationen des Bischofs als oberstem Dienstherrn der Diözese anzuzweifeln. Differenzen zwischen den Informationen des Bischofs und denen seines Pressesprechers können von diesem nicht mir angelastet werden, von einer gezielten Falschmeldung meinerseits kann erst recht keine Rede sein. Wer für seinen Bischof sprechen möchte, sollte dessen Briefe vorher lesen."