Wegberg: Spiritus beim Grillen und die Folgen

Wegberg : Spiritus beim Grillen und die Folgen

Bei schönem Wetter ist Grillen angesagt. Doch was als kulinarisches Vergnügen geplant ist, endet manchmal in einer Katastrophe.

Schuld daran ist nicht selten der unsachgemäße Einsatz von Spiritus oder Benzin. Beim Einsatz derartiger Brandbeschleuniger kann es zu Explosionen und bis zu zehn Meter hohen Stichflammen kommen. Schwere Verbrennungen können die Folge sein.

Wie kann man in solchen Situationen auch als Laie helfen? Diese Frage stellten sich die Helferinnen und Helfer des DRK-Ortsvereins Stadt Wegberg. In einer realistisch nachgestellten Übung trainierten sie in den Sommerferien effektive Hilfsmaßnahmen bei Brandverletzungen durch einen Grillunfall.

Der Maßnahmenkatalog

Eigenschutz beachten;

Eventuell bestehende Kleiderbrände löschen (auf dem Boden wälzen, mit Wasser übergießen);

Eventuell in die Haut eingedrungene Kleidungsreste belassen;

Beruhigung der betroffenen Person;

Sofortiges Kühlen mit Wasser. Achtung, dabei kein Eiswasser sondern etwa 20° warmes Wasser verwenden. Es kann zum Kühlen auch das Wasser aus dem Baggersee benutzt werden. Hygienische Bedenken sind zu vernachlässigen;

Die Kühlung sollte bei kleinen Verbrennungen solange durchgeführt werden, bis die Schmerzen deutlich nachgelassen haben (10 bis 15 Minuten);

Bei großen Verbrennungen nicht zu ausgiebig und nicht mit zu kaltem Wasser kühlen, weil es durch die Kühlung von großen Hautbereichen zu einer Unterkühlung des Verletzten kommt, was sich negativ auf dessen Überlebens- und Heilungschancen auswirkt. Eventuell können auch feuchte Brandwundenverbandtücher zur Kühlung verwendet werden. Als Transportgefäße bieten sich beispielsweise Getränkeflaschen an (ggf. vorher umspülen).

Während der Maßnahmen: 112 (Notrufnummer) anrufen und die Situation möglichst genau schildern. Vor allem ist eine möglichst genaue Ortsangabe (Baggersee in der Nähe des Ortes XY etc.) wichtig. Möglichst eine Person zur Einweisung des Rettungsdienstes abstellen;

Aufgrund der Schockgefahr sollte die Person in Schocklage auf dem Boden gelagert werden. Sorgen Sie für eine Wärmeerhaltung (Rettungsdecke) an den nicht betroffenen Bereichen und kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung und die sonstigen Lebenszeichen;

Sollte der Betroffene im Verlauf der Maßnahmen bewusstlos werden, kontrollieren Sie die Atmung und sonstige Lebenszeichen (Bewegungen etc.). Ist die Atmung normal, so bringen Sie den Betroffenen in die Seitenlage. Ist die Atmung nicht normal und zeigt der Betroffene auch sonst keine Lebenszeichen, beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.