Erkelenz: Spielfreude selbst auf uraltem Flügel

Erkelenz : Spielfreude selbst auf uraltem Flügel

Einmal mehr wurde den Bewohnern des Johanniterstifts in Erkelenz ein kulturelles Erlebnis geboten.

Die Leiterin des Sozialen Dienstes, Astrid Hadick, verwandelte mit Hilfe von Sibylle Schoeller vom Verein „Live Music Now Köln” kurzerhand das Restaurant in einen Konzertsaal.

Für das Konzert durfte der uralte Flügel herhalten, auf dem der 1962 in Miass in Russland geborene Evgueni Nikiforov spielte. Im verlauf des Konzerts spielte er sich gekonnt durch die Komponisten des 19. Jahrhunderts, angefangen bei Robert Schumann über Franz Schubert, Frederic Chopin und Franz Liszt bis hin zu Richard Wagner.

„Ich bin ganz überrascht welche wundervollen Klänge Sie unserem uralten Flügel entlocken konnten”, sagte Astrid Hadick im Anschluss, die ebenso wie die Bewohner und die Gäste begeistert dem begabten Pianisten gelauscht hatte.

Und dafür, dass der Künstler Nikiforov improvisieren musste, erst am Morgen hatte er erfahren, dass sein Partner der Cellist Shengzhi Guo erkrankt war, war die Leistung noch höher ein zu stufen. Denn das ursprünglich geplante Programm hatte er alleine nicht mehr spielen können.

Eine weitere Herausforderung war der bereits in die Jahre gekommene alte Flügel. Aber auch diese meisterte er gekonnt. Sibylle Schoeller vergaß bei ihrer Ankündigung nicht, auf die Intention von „Live Music Now Köln” hinzuweisen, die im Jahr 1977 durch den weltberühmten Geiger Yehudi Menuhin gegründet wurde, um junge begabte Musiker zu fördern und Menschen aller Altersstufen in sozialen Einrichtungen wie dem Johanniterstift die Möglichkeit zu geben, ein Konzert live zu erleben.

Ein herrliches Liveerlebnis bescherte Nikiforov den Bewohnern auch mit seiner Spielfreude. Den Auftakt machte eine gefühlvolle Interpretation von Schumanns „Liebeslied”. Ruhiger ging es mit der Polonaise „Abschied von der Heimat” des polnischen Komponisten Oginsky und „Leise fliegen meine Lieder” von Liszt im Programm weiter.

Höhepunkt des Konzertes war seine Interpretation von „O du mein holder Abendstern” aus „Tannhäuser” und „Isoldes Liebestod” aus „Tristan und Isolde” von Wagner.