Düren: Spieler rastet aus: Abbruch nach dem Führungstor

Düren : Spieler rastet aus: Abbruch nach dem Führungstor

Das Spiel der zweiten Mannschaft von Schwarz-Weiß Düren beim SV Niederzier ist am Sonntag eskaliert und musste nach dem Führungstor der Dürener abgebrochen werden. Der Auslöser: Ein Dürener Spieler rastete offenbar vollkommen aus. Gegen ihn ermittelt nun die Polizei wegen Beleidigung, Bedrohung, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung.

In der 29. Minute waren die Dürener mit 1:0 in Führung gegangen. Danach wurde es unübersichtlich. Zwei Spieler aus Niederzier waren zusammengeprallt und lagen verletzt am Boden. Der Schiedsrichter unterbrach daraufhin das Spiel. „Unsere Spieler wollten sich beschweren. Der Schiedsrichter hat aber sehr schnell in Richtung Mittellinie gezeigt und signalisiert, dass das Tor zählt“, schildert Schwarz-Weiß-Trainer Till Pahlke die Situation. Daraufhin hätten sich die Niederzierer Spieler beschwert, es sei zur Rudelbildung gekommen.

Mit gestrecktem Bein

In dieser Situation muss der Dürener Spieler dann einen der Beteiligten, ein Zuschauer aus Nörvenich, mit gestecktem Bein in den Rücken getreten haben. Das war dann offenbar endgültig zu viel. Der Spieler musste vom Platz und randalierte in der Umkleide weiter, das Spiel wurde abgebrochen.

Der Vorfall hat auch den Dürener Trainer fassungslos gemacht: „Ich habe noch versucht, dazwischen zu gehen, das zu verhindern und deeskalierend zu wirken, ich war aber in dem Moment vollkommen machtlos.“

Für den Trainer ist das Verhalten des Spielers vollkommen inakzeptabel: „Das hat mit Fußball nichts zu tun. Ich weiß nicht, welcher Schalter da beim dem Spieler umgelegt war. Aber sie können mir glauben, dass auch ich mit den Nerven vollkommen fertig war.“

Jürgen Knillmann, Abteilungsleiter der Senioren beim Dürener Verein, ist besonders enttäuscht, weil es bereits vor einem Jahr einen ähnlichen Vorfall gegeben hatte. Damals hatte ein Spieler der Reserve einen am Boden liegenden Spieler vom BC Oberzier absichtlich getreten. Die Folge: Der Verein warf den Spieler raus, die gesamte zweite Mannschaft folgte dem Spieler. Knillmann: „Wir haben eine komplett neue Mannschaft aufgebaut, was nicht gerade leicht ist. Und wir wollten, dass so etwas in unserem Verein nicht wieder vorkommt.“ Dass es nun einen ähnlichen Vorfall gibt, findet Knillmann besonders bitter: „Wenn es so gewesen ist, wie die Polizei sagt und wie es im Spielbericht steht, wird dieser Spieler nicht mehr für uns spielen.“

Vorstand entscheidet heute

Hans Meier, Vorsitzender der Schwarz-Weißen, kündigte für heute Abend eine außerordentliche Vorstandssitzung an, auf der der Fall beraten werden soll. Meier: „Diesem Gremium kann ich jetzt nicht vorgreifen.“ Aber: „Dieser Fall stellt uns in ein negatives Licht. Wir werden da zu handeln wissen.“

(bugi)