Erkelenz: Sperrholz oder Teppich als Material für Kunst

Erkelenz : Sperrholz oder Teppich als Material für Kunst

Es sei ein gut Tradition, sowohl auswertigen Künstlern als auch so oft es geht und gerne heimischen Künstlern die Möglichkeit zu bieten, ihre Werke im Haus Spiess zu präsentieren.

Unter den Künstlern gebe es eineiseits junge und unerfahrene und andererseits bekannte und annerkannte Künstler. „Zu den anerkannten Künstlern zählt sicherlich auch Dietmar Heinzel”, meinte der stellvertretende Bürgermeister, Theo Clemens bei der Vernissage in Haus Spiess in Erkelenz, wo Heinzel 53 seiner Exponate ausstellt.

Zur Einführung sprach Dr. Hans Latour, der sich besonders darüber freute, diese Einführung halten zu dürfen, „weil Dietmar Heinzel ein ehemaliger Schüler von mir ist, das war vor 25 bis 30 Jahren”. Seitdem habe er aufmerksam dessen künstlerischen Werdegang verfolgt.

Im Laufe der Zeit sei ihm schon etwas aufgefallen, was auch mit dieser Ausstellung zu tun habe: „Dietmar Heinzel ist nie stehen geblieben und hat sich immer

weiter entwickelt”. Seine dabei an den Tag gelegte Geradlinigkeit sei allerdings nicht einfach ein stur Geradeaus, „sondern hat zu tun mit dem, was er ,Synchronizität nennt: „Dies bedeute frei übersetzt, dass das, was zufällig gleichzeitig auftreten und sich ereignen mag, Anlass und Grund für individuelle Aufmerksamkeit ist, die wiederum zu Grenzüberschreitungen führen und neue Dimensionen eröffnen” könne.

„Die Kunst ist berufen, das Gleichnis der Vergänglichkeit zu durchtränken mit der Botschaft von dem Unvergänglichen. Das ist ihre Mission”, zitierte Latour einen Satz von Rudolf Steiner und sprach damit dem Künstler aus der Seele, der zustimmend nickte.

Immer neue Wege

Neben diesen Aspekten habe sich Dietmar Heinzel mit seiner Kunst immer wieder auf neue Wege begeben, was auch aus der vielfältigen Ausstellungsauswahl, Bilder etwa auf Sperrholz oder Teppich sowie Montagen aus allerlei unterschiedlichsten Materialien, hervorgehe.

Der Titel dieser Ausstellung heißt Montage („Montasche”) in Lautschrift geschrieben, „damit keine Verwechslung mit Montage, möglicherweise noch blaue, entstehen kann”. Montage bedeute im allgemeinen Sprachgebrauch im technischen Bereich das Zusammensetzten vorgefertigter Bauteile zu einer funktionsfähigen Anlage, und in der Kunst begegne uns das Montieren unterschiedlicher Materialien bei der Collage oder Assemblage.

„Bei der letzteren ist es das Kombinieren verschiedener Objekte zu etwas Neuem”. All dies schwinge bei Dietmar Heinzels Montagen mit, „die wiederum als vorläufige Quintessenz seines künstlerischen Schaffens kein Ziel beschreiben, sondern einen Weg, der seinen Ausgang nimmt bei der Wahrnehmung und Entdeckung und über mögliche Umleitungen, manchmal auch Sackgassen, zu einem Ergebnis führt”.

Schließlich blieb Clemens und Latour nur noch, den zahlreichen Gästen viel Vergnügen bei der Ausstellung zu wünschen.

Wer zur Vernissage keine Zeit hatte, die Werke aber noch sehen möchte, kann dies noch bis zum Sonntag, 1. Februar, immer samstags von 15 bis 18 Uhr oder sonntags von 11 bis 18 Uhr, in Haus Spiess nachholen.